Gefunden wurden Fundamente ebenerdiger Konvents- und Wirtschaftsbauten und steinerne Abwasserleitungen eines Brunnens, der bereits im Zweidlerplan von 1602 verzeichnet ist. Den eindrucksvollsten Befund stellen jedoch die Reste eines nahezu vollständig erhaltenen, massiven Kellers dar, der sich direkt westlich an das Kirchenlanghaus anschloss. Hier hatten sich sogar noch Teile der ehemaligen Treppenanlage des zu einem späteren Zeitpunkt verfüllten Kellergeschosses erhalten.
Weniger überraschend war ein Gräberfund, wie sie nahe alten Kirchenbauten fast immer vorkommen. Allerdings war der Oberkörper des Skelettes durch die Fundamente der im 15. Jahrhundert errichteten Klosterkirche abgeschnitten worden. Das Grab ist also einem älteren, bislang noch unbekannten Vorgängerbau zuzuordnen.
Siedlungsgeschichtlich bedeutsam ist das weitgehende Fehlen älterer Befunde, die noch in die Zeit vor der Stiftung des Konvents zurückreichen. Archäologisch lässt sich somit belegen, dass die Gründung des Klosters beziehungsweise der älteren Kapelle analog zu den Schriftquellen tatsächlich auf der "grünen Wiese" erfolgt ist.
Die archäologen Grabungen wurden unter der Leitung von Martin Wortmann vom Büro für Ausgrabungen und Dokumentationen Heyse aus Schwarzach durchgeführt und durch den Stadtarchäologen Stefan Pfaffenberger fachlich betreut.
Hier noch ein kleiner Blick in die durch Urkunden belegte Geschichte des Heiliggrab-Klosters: Seine Gründung des Klosters erfolgte im Jahre 1356 durch eine Stiftung der Bamberger Patrizierfamilie "Münzmeister" an der Stelle einer bereits im frühen 14. Jahrhundert errichteten Gnadenkapelle am Rande des Gärtnerviertels. Das Kloster wurde von Dominikanerinnen aus dem mittelfränkischen Frauenaurach besiedelt.

Im 19. Jahrhundert Militärkrankenhaus


Trotz mehrerer Plünderungen und Zerstörungen, etwa während des Einfalls der Hussiten im Jahre 1430 oder während des Dreißigjährigen Krieges, entwickelte sich das Kloster in den folgenden Jahrhunderten stetig weiter. Erst die Säkularisation brachte im Jahre 1806 ein vorläufiges Ende des Dominikalerinnenordens in Bamberg mit sich. In der Folge wurde die Klosteranlage in eine Kavalleriekaserne umgebaut, 1874 errichtete man ein Militärkrankenhaus. Dabei wurden auch die mittelalterlichen Klostergebäude weitestgehend abgebrochen. Nach 120 Jahren Abstinenz bezogen schließlich im Jahre 1926 erneut Dominikanerinnen das Kloster zum Heiligen Grab. ft