Aus für ein weiteres, alt eingesessenes Bamberger Geschäft: Franz Joseph Honer will sein Kaufhaus in der Fußgängerzone schließen. Die wirtschaftliche Entwicklung habe ihn zu diesem Schritt bewogen, ließ er durch seinen Rechtsanwalt Klaus Aumüller wissen.

Nach Angaben des Juristen ist das Kaufhaus nicht mehr rentabel. Das hätten die neuesten Zahlen bestätigt, die Honer kurz vor Weihnachten vorlagen. Deshalb habe sich der Besitzer schweren Herzens entschlossen, nicht abzuwarten, bis tiefrote Zahlen ihn womöglich in die Insolvenz zwingen. Rechtsanwalt Aumüller geht davon aus, dass die Tradition des Kaufhauses am Maxplatz Mitte 2012 enden wird, im 82sten Firmenjahr.

Die etwa 80 Beschäftigten, überwiegend Frauen, von denen viele teils Jahrzehnte lang bei Honer arbeiten, wissen nach Angaben Aumüllers Bescheid, dass sie ihre Arbeitsplätze in absehbarer Zeit verlieren werden. Sie sollen am Donnerstag Abend in einer Betriebsversammlung über Einzelheiten informiert werden. In Gesprächen mit dem Betriebsrat sollen möglichst sozialverträgliche Lösungen gefunden werden.

Welches Unternehmen und welche Branche nachfolgen wird, ist noch fraglich. Es soll viele Interessenten für die Handelsimmobilie geben. Die Familie Honer denkt nicht an den Verkauf, sondern will vermieten. Franz Joseph Honer versicherte, er werde versuchen, "etwas für Bamberg Passendes" zu finden.

Lange Tradition

Das Kaufhaus Honer blickt auf eine 81 Jahre lange Tradition zurück. Drei Generationen lang war das Geschäft im Familienbesitz. Es wurde am 23. Oktober 1931 gegründet, doch reichen seine Anfänge bis 1842 zurück, als Lazarus Silberman am Maxplatz eine Tuchhandlung gründete, die er zu einem "Einheitspreisgeschäft" mit dem Namen "Rekord" machte - nach dem Modell der amerikanischen Woolworth-Kaufhäuser.

Mehr lesen Sie im Fränkischen Tag.