Wer derzeit einen Blick auf die Freianlage hinter dem Stadtarchiv wirft, wird ein völlig verändertes Bild vorfinden: Eine plattgestampfte Schotterfläche und Baufahrzeuge sind an der Stelle zu sehen, wo zuvor ein Baum und Rasen wuchsen. Grund für die Veränderung sind die Sanierungsarbeiten am Clavius-Gymnasium und der Martinsschule. Denn während der erste Bauabschnitt pünktlich zum neuen Schuljahr fertiggestellt wird und die ersten Klassen dort einziehen können, müssen andere Schüler, die derzeit noch in der Martinschule untergebracht sind, für die nächsten zwei Schuljahre ausziehen. Und deren Unterbringung ist in provisorischen Klassenräumen in Modulbauweise - sogenannten "Containerklassen" - auf dem Gelände des Stadtarchivs vorgesehen.


Seit Mitte Mai

"Wir haben die vorbereitenden Arbeiten nun abgeschlossen. So können ab 14.
Juli die ersten Module angeliefert und aufgebaut werden", erläutert Klaus Linz vom Immobilienmanagement. Seit Mitte Mai wurden hinter dem Stadtarchiv unter anderem Entwässerungsleitungen für Regen- und Schmutzwasser gelegt, Internet- und Telefonanschlüsse geschaffen, die Stromversorgung verlegt. Auch wurde eine Schotterschicht aufgetragen, damit die späteren Container sicher stehen.

Insgesamt werden in der nächsten Woche 60 Einzelmodule angeliefert. Sie werden miteinander verbunden, so dass am Ende ein zweigeschossiges Containergebäude mit insgesamt zehn Klassenzimmern und sanitären Anlagen entsteht. Der Aufbau wird etwa eine Woche lang dauern. Während der Zeit stehen wegen der Anlieferung der sechs Meter langen und 2,44 Meter breiten Module, wie Linz betont, Besucherparkplätze vor dem Stadtarchiv und weitere entlang der Unteren Sandstraße vorübergehend auch nicht zur Verfügung.


Durchgang bleibt erhalten

Das Gelände rund um die Container wird Linz zufolge eingezäunt. Ein Durchgang für Fußgänger und Radfahrer von der Unteren Sandstraße her zum Stadtarchiv bleibt aber offen. "Die Schüler selbst betreten ihre Klassenzimmer vom Leinritt aus. Ihre Pausen verbringen sie auf einer kleinen Rasenfläche hinter dem Stadtarchiv." Insgesamt würden bis 2017/18 pro Schuljahr bis zu 270 Schüler untergebracht.

Den Anfang macht heuer in diesem Sinne das Clavius-Gymnasium. Für ein Jahr lang werden die Container meist Oberstufen-Schüler beherbergen. Im Schuljahr 2015/16 wird dann laut dem Immobilienmanagement die gesamte Grundschule der Martinschule in die Containerklassen ziehen. Und im darauffolgenden Jahr werden noch einmal Schüler des CGs dort eine vorübergehende Unterkunft finden.

Jeder Container hat Platz für maximal 30 Schüler. Und während Tafeln schon zum Inventar gehören, müssen Stühle und Tische zusammen mit den Schülern umziehen. "Auch haben die Container eine Klimaanlage eingebaut, so dass die Temperaturen selbst bei größter Hitze nicht über 24 Grad hinaus steigen", so Linz.


Glücklicher Zufall

Nicht benötigt dagegen werden die bisher vorgesehenen vier Containerklassenzimmer auf dem Schulgelände der Martinsschule. "Durch einen glücklichen Zufall wurden im Aufseesianum Klassenzimmer renoviert, die nun von den Schülern des Clavius-Gymnasiums genutzt werden können", erläutert Linz. Dadurch könnten nicht nur Kosten eingespart werden. Auch wäre es im Pausenhof sehr eng zugegangen, wenn man dort hätte zusätzliche Container aufstellen hätte müssen.

Nach Abschluss der Baumaßnahme am Clavius-Gymnasium und der Martinsschule zum Schuljahreswechsel 2017/2018 werden alle Klassen wieder in ihre Schulen zurückkehren. Die Freianlage am Stadtarchiv wird nach dem Abbau der provisorischen Klassenräume wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt.