"Nach langer Schwangerschaft und schwieriger Geburt müssen wir unser Kind, die Regionalwerke, nun alleine laufen lassen. Aber wir werden noch viele weitere Kinder in die Welt setzen", sagte Gabriele Pfeff-Schmidt, Geschäftsführerin der Klima- und Energieagentur Bamberg, bei der zweiten Sitzung des Regionalen Klimarates.
Vor rund drei Monaten wurden zusammen mit 31 Landkreisgemeinden und der Stadt Bamberg die Regionalwerke ins Leben gerufen. Inzwischen konnte auch in der Person von Hubert Treml-Franz hierfür ein neuer Geschäftsführer gefunden werden.

"Obwohl ich mein Amt offiziell erst ab dem 1. Juni antreten werde, arbeite ich jetzt schon sehr eng mit dem Interimsgeschäftsführer der Regionalwerke, Georg Ensner, zusammen", erläuterte der designierte Geschäftsführer dem Gremium, das sich aus dem Umweltsenat des Stadtrates und dem Umweltausschuss des Kreistages zusammensetzt.
Derzeit werden im Posthochhaus noch Räume ausgebaut, in denen der Geschäftsführer der Regionalwerke zusammen mit einer Assistentin, die noch gesucht wird, eine feste Anlaufstelle haben soll.

Gabriele Pfeff-Schmidt stellte den Mitgliedern des Klimarates ferner die neue Broschüre über die Aktivitäten der Klima- und Energieagentur Bamberg (KEA) von Beginn 2011 bis zum Ende des Jahres 2012 vor. Sie ließ dabei noch einmal erfolgreiche Veranstaltungen wie die beiden Symposien zu den Themen "Energiekonzepte im ländlichen Raum" sowie zum Dauerbrenner "Windenergie" Revue passieren. Sie hob die große Resonanz der ersten beiden Energiemessen hervor und freute sich, dass bereits eine erste Ladestation für Elektrofahrzeuge in der Innenstadt Bambergs in Betrieb genommen werden konnte.

Die Gremiumsmitglieder honorierten die durchgeführten Aktionen der Klima- und Energieagentur mit Wohlwollen. So sah beispielsweise Peter Gack von den Grünen darin eine beachtliche Leistung. Allerdings regte er gleichsam an, eine "Charmeoffensive für Windkrafträder" ins Leben zu rufen. "In der letzten Zeit kursierten derartig viele fachlich falsche Aussagen und Behauptungen in den Medien, dass wir hier dringend Aufklärungsarbeit leisten müssen", sagte er.

Dem schloss sich auch Landrat Günther Denzler an und betonte, dass es derzeit in den Gemeinden wohl mehr Gegner als Windkraftradbefürworter gebe. "Da müssen wir sicherlich noch so manche Überzeugungsarbeit leisten", sagte er.

Im Mittelpunkt der Sitzung standen jedoch die Vorstellung des Haushaltsplanes der Klima- und Energieagentur sowie deren geplanten Maßnahmen und Projekte fürs laufende Jahr. "Insgesamt stehen uns 2013 wieder 120 000 Euro zur Verfügung. Ich denke aber, dass wir heuer wieder mehr Projekte und Maßnahmen durchführen können", bilanzierte Gabriele Pfeff-Schmidt. Denn so seien 2012 immerhin fast 66 000 Euro in die Gründung der Regionalwerke geflossen. Geld, das dieses Jahr für andere Maßnahmen zur Verfügung stehe.

Geplant für dieses Jahr sind laut der Geschäftsführerin der Klima- und Energieagentur unter anderem wieder ein Symposium - über das genaue Thema herrschte im Klimarat noch Uneinigkeit -, die Fertigstellung des Internetauftritts sowie Öffentlichkeitsarbeit und Energieberatungen.

Es sollen auch einheitliche, standardisierte Initialberatungen zum Thema Energiesparen durchgeführt werden. Hohe Priorität genießen laut der Geschäftsführerin der KEA auch Energie-Schulungen für Verwaltung, Bauhöfe und Hausmeister.