Eine außergewöhnliche Sitzung stand den Mitgliedern des Umweltsenats bevor. Mit vier Reisebussen fuhren sie von der südlichen Promenade zum Markusplatz. Ziel der kleinen "Reise" war es, quasi im Echtbetrieb die Rahmenbedingungen einer möglichen Erweiterung des Busverkehrs an den Markusplatz zu beurteilen.

Zurück im Rathaus entbrannte dann darüber eine intensive Diskussion, mit dem Ergebnis: Vorläufig soll die südliche Promenade nach wie vor als gemeinsamer Standort für den Regionalbusverkehr und die Transferbusse der Flusskreuzfahrtschiffe bestehen bleiben.

Damit schloss sich die Mehrheit des Umweltsenats dem Vorschlag der Verwaltung an. Denn diese sieht den Markusplatz schon als stark belastet an. Verkehren hier doch bereits regelmäßig vier Regionalbuslinien sowie die Stadtbuslinie 906 nach Gaustadt-Bischberg. Hinzu kommen noch weitere neun Linien vor dem Kiosk am Markusplatz.
Zudem werde die Örtlichkeit gerne für die Abwicklung des Schulverkehrs der dort umliegenden Schulen genutzt, was heute schon des Öfteren zu Behinderungen der Linienbusse führe. Darüber hinaus herrsche durch die angesiedelte Universität auch ein reger Zulauf von Studenten. Mit der Errichtung des Zeltes der Religionen erwartet die Verwaltung noch weitere Besucher.

Auch könne man nicht einfach auf der südlichen Seite des Markusplatzes (also die direkt vor dem Markushaus) beispielsweise die Transferbusse der Kreuzfahrtschiffe unterbringen. Denn gerade bei Spitzenzeiten - ein Hotelschiff bringt zusätzlich ein bis fünf Busse - käme es zu Konflikten, da nicht genügend Ausweichmöglichkeiten vorhanden seien und die Busse dann in zweiter Reihe halten müssten. Bliebe also nur die Verlagerung der Transferbusse auf die Nordseite des Platzes. Hier könnten zwar, dies ergab der Praxistest, bis zu sechs Reisebusse hintereinander anfahren. Allerdings kommen die Busse nicht gemeinsam im Block, sind nicht alle sechs Stellen gleichzeitig nutzbar. Zudem würden zahlreiche Parkplätze ersatzlos wegfallen. Gleichzeitig fürchtet die Verwaltung mit Protesten der Anwohner, die - weil es sich um ein reines Wohngebiet handelt - zahlenmäßig deutlich mehr seien als an der Promenade.

Mehr Nachteile als Vorteile

Folglich zog die Verwaltung das Fazit, dass die "Lösung Markusplatz" gegenüber der bestehenden "Lösung Promenade" mehr Nachteile als Vorteile hätte. Somit empfohlen die Senatsmitglieder, die jetzige Regelung beizubehalten und keine Busse an den Markusplatz auszulagern.

Die Vertreter der SPD-Fraktion schlossen sich dem Vorschlag der Stadt an. "Wir sind nicht dafür, dass die Busse am Markusplatz halten. Vielmehr muss man ein Langzeitkonzept entwickeln und dabei die Planungen mit dem regionalen Omnibusbahnhof am Bahnhof einfließen lassen", betonte unter anderem Detlev Hohmuth.

Ebenso für den Erhalt der Bushaltestellen an der Promenade sprach sich die CSU aus. Lediglich Gerhard Seitz (CSU) war der Ansicht, man sollte doch einen Probeversuch unternehmen. Allerdings bestanden die CSU-Senatsmitglieder darauf, dass die Promenaden-Lösung nur vorläufig als Anlaufstelle für die Busse dienen soll. Bei Bedarf könne man erneut über alternative Standplätze nachdenken. Auf der Anregung der CSU soll die Standortfrage im Frühjahr 2014 nochmals diskutiert werden.

Darüber hinaus drehten sich die Wortmeldungen um den drohenden Wegfall von Parkflächen und der Belästigung der Anwohner sowie um die Entfernung zu Handelslagen und Konflikte mit den dort abgestellten Fahrrädern im Umfeld der Markusplatz-Uni. Letztendlich stimmte die Mehrheit mit acht zu fünf Stimmen gegen eine Verlagerung der Busse an den Markusplatz.