Eigentlich hätte die illegal angelegte Deponie im Wald beim Scheßlitzer Gemeindteil Burglesau bis Oktober geräumt sein müssen. Was nicht der Fall ist, zumindest nicht komplett. Doch ist laut Information des Amtes für Landwirtschaft Ernährung und Forsten (ALEF) der größte Teil erledigt. Dafür sorgen neue Pläne der in Viereth-Trunstadt ansässigen Betreiberfirma für Verwunderung: Neben einer genehmigten LKW-Waage soll im Bereich der zurückzubauenden Deponie eine Wendeschleife errichtet werden. Flächen wurden hier planiert. Das wäre, so der Scheßlitzer Bürgermeister Roland Kauper (CSU), im Zusammenhang mit der Wiederaufforstung schwer zu verstehen.

Kauper berichtet von einer Anfrage des Deponiebetreibers, wonach dieser (im nun planierten Bereich) eine Wendeschleife für Lkw errichten möchte. Deren Sinn, so Kauper, erschließe sich ihm persönlich nicht. Zudem habe er das eindeutige Signal gesendet, dass so ein Vorhaben im Stadtrat keine Genehmigung bekommen werde, da sei er sich ganz sicher: "Ich gehe davon aus, der Stadtrat wird nicht zustimmen." Der Scheßlitzer Bürgermeister unterstreicht zudem, man werde sehr genau darauf achten, dass in dem Bereich nichts gemacht werde, was nicht genehmigt wurde.

Keine Kenntnis von Bauvorhaben

Auch der Scheßlitzer Grünen-Stadtrat und Kreisrat Ralph Behr ist fassungslos, "dass schon wieder einfach Tatsachen geschaffen wurden." Und das, obwohl die Firma doch kürzlich im Fokus gestanden hatte.

Weiß das Landratsamt von möglichen Plänen für die Deponie(n)? "Wir haben keine Kenntnis von einem konkreten Bauvorhaben," so Landratsamt-Pressesprecher Frank Förtsch. Sofern es ein solches Bauvorhaben gebe, führe der ganz normale Weg über die Gemeinde. Dort liege auch die Planungshoheit. Die Gemeinde befasst sich mit einem möglichen Bauvorhaben. "Versagt eine Gemeinde rechtskonform ihr Einvernehmen, dann wird das Landratsamt allein schon deshalb ein Bauvorhaben ablehnen." Behr verweist im Zusammenhang mit dem Deponie-Betreiber auf den Grünen-Antrag mit der Frage, ob ein Unternehmen, das so agiere, als Deponiebetreiber geeignet ist und ob das Kontrollmanagement des Landratsamtes für Deponien angesichts dieser Vorkommnisse noch ausreicht. Auf eine schriftliche Antwort warte man noch. Zum Thema Wendeschleife stimmt er dem Bürgermeister zu: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Stadtrat das genehmigt."

Und was ist auf der nicht genehmigten Deponie passiert, auf der Asphaltreste gelagert wurden? Gregor Schießl, der für den Bereich Forst am ALEF zuständige Abteilungsleiter, berichtet, dass auf der illegal angelegten Deponie "der Großteil zurückgebaut" ist. "Illegal gelagertes Material ist weggebracht." Noch vorhanden sei Holzlagerung mit eingebauten Metallteilen und einem Untergrund, der wohl nicht aus umweltschädlichem Material besteht, aber dennoch illegal abgelagert ist. Zum Holz selbst: "Auf Waldfläche darf Holz lagern", stellt er fest.

Landratsamt ist zuständig

Die Rodung für die illegal, also ungenehmigt angelegte Deponie (der Fränkische Tag hat mehrfach berichtet) sei seitens des Amtes angezeigt. "Wir empfehlen ein Bußgeld." Zuständig sei das Landratsamt.

Die abgeholzte Fläche jedenfalls muss nun so bald wie möglich wieder aufgeforstet werden. Das heißt in der beginnenden neuen Vegetation, im Frühjahr, wenn es feucht ist, so Schießl weiter.

Mitarbeiter der ALEF-Abteilung stünden dabei - wie bei jedem anderen Waldbesitzer - als Berater zur Verfügung, ließ er weiter wissen.

Auf der gerodeten Fläche hatten Fichten gestanden. Was er, so Schießl weiter, hier nicht zur Aufforstung empfehlen würde, sondern klimaangepasste Waldbäume.

Auf Nachfrage verdeutlichte der Fachmann, dass man pro Hektar Fläche etwa 5000 bis 6000 Pflanzen setze. Wobei im Schnitt Kosten von 2,5 Euro pro Stück kalkuliert werden. Die Fläche der illegalen Deponie umfasst circa fünf Hektar. Freilich müsse man auch Platz für Rückewege lassen.

Schießl erklärt abschließend, dass kahlgeschlagene Flächen regulär nach drei Jahren wieder aufgeforstet werden müssen. "Wir haben diese Frist verkürzt, mehr können wir von Seiten des Forstes nicht tun."

Warum er möglicherweise eine Wendespur benötigt, hätte der Fränkische Tag gerne bei den Betreibern der beiden Flächen bei Burglesau erfragt. Wie es im Büro hieß, waren sie am gestrigen Dienstag telefonisch kaum zu erreichen.