So unterschiedlich die Preisträger und so unterschiedlich auch ihre ehrenamtliche Tätigkeiten sind, eines vereint alle sieben Personen bzw. Gruppen: Bei der Preisverleihung des diesjährigen Deutschen Bürgerpreises im Planungs- und Steuerungszentrum der Sparkasse gaben sie sich äußerst bescheiden.

So beispielsweise Josef Kröner. Obwohl der Polizeibeamte sich unter anderem seit mehr als 40 Jahren für die kulturellen Belange in Bischberg einsetzt, seit 1980 dem Vorstand der Fischerzunft der Gemeinde angehört und als alleiniger Gründungsvorsitzender 1999 den Förderverein Fränkisches Fischereimuseum ins Lebens rief, nahm er die Auszeichnung demütig entgegen.
"Ich freue mich natürlich über die Ehre, möchte aber betonen, dass ich den Preis nur stellvertretend für meine Frau im Hintergrund und für viele Mitstreiter entgegengenommen habe", sagte Josef Kröner.

Kirchweih wiederbelebt

Ebenso ausgezeichnet in der Kategorie "Lebenswerk" wurde Helmut Schleicher. In der Gemeinde Pommesfelden-Limbach hat er beispielsweise im Jahre 1978 die Limbacher Kirchweih wieder aufleben lassen. Seit Jahrzehnten ist er aber auch fester Bestandteil des Männergesangsvereins Limbach sowie des Filmclubs, der in mehr als 120 Filmen das Gemeindegeschehen von Pommersfelden dokumentiert.

In der Kategorie "U-21" nahm Lisa-Marie Schrauder den Preis für das Projekt "Jugendplatz Chill & Play" in Litzendorf entgegen. Zusammen mit anderen Kindern und Jugendlichen hat sie oberhalb des ASV Naisa-Geländes eine Neugestaltung des Treffpunktes für die Litzendorfer Jugend geschaffen.

Gleich vier Mal besetzt wurde die Kategorie "Alltagshelden". So erhielten die Vereine "Kids Club Bamberg", der "Interkulturelle Garten", "Zelt der Religionen e.V." und Margit Gamberoni jeweils eine Auszeichnung. Der Verein "Kids Club" bietet besonders in den Stadtteilen Malerviertel und Gereuth Kindern im Alter von drei bis zwölf Jahren verschiedene Programme wie Kindertreffs und Ausflüge an.

Margit Gamberoni wurde für ihren ehrenamtlichen Einsatz für Schwerhörige und Cochlea Implantat Träger geehrt.

Der Verein Interkulturelle Garten will mit gemeinsamer Gartenarbeit den Austausch und die Verständigung verschiedener Kulturen und Gesellschaften voranbringen.

Und der Förderverein "Zelt der Religionen" wurde ausgezeichnet, da es ihm gelungen ist, das Zeltkunstwerk auch nach der Landesgartenschau, für welches es damals entworfen wurde, dauerhaft in Bamberg am Markusplatz zu sichern.

Stützpfeiler der Gesellschaft

Sparkassenvorstand Stephan Kirchner sprach in seiner Laudatio den Geehrten Anerkennung und Dank aus: "Wie sähe unsere Gesellschaft, unsere Freizeit, unser Leben ohne Ehrenamt aus?" Denn die Ehrenamtlichen seien ein ganz wesentlicher Stützpfeiler der Gesellschaft. Rund 23 Millionen Menschen in Deutschland würden sich für eine lebenswertere Welt einsetzen und damit die Gemeinschaft stärken. "Sie packen mit an und machen dabei oft Unmögliches möglich", betonte Kirchner.

Der Deutsche Bürgerpreis wurde in Bamberg im Jahre 2003 erstmals ins Leben gerufen. Heuer wird er bereits zum zwölften Mal verliehen und stand unter dem Motto "Vielfalt fördern - Gemeinschaft leben". Er zeichnet außergewöhnliches bürgerschaftliches Engagement von Einzelpersonen und Gruppen aus. Er beginnt an vielen Orten in der Deutschland mit lokalen Wettbewerben und schließt mit der Verleihung des nationalen Deutschen Bürgerpreises im Dezember in Berlin. In Bamberg lagen 21 Bewerbungen der sechsköpfigen Jury vor. Sieben Preisträger wurden ermittelt.

Verliehen wird der Bürgerpreis in vier Kategorien: U-21; Alltagshelden, Engagierte Unternehmer und Lebenswerk. Die Kategorie "Engagierte Unternehmer" wurde in Bamberg in diesem Jahr allerdings nicht besetzt.