Die Unterschriften auf den Papieren in einem schlichten Ringbuchordner waren der Schlusspunkt eines mehrmonatigen Verhandlungsmarathons zwischen der Brose-Unternehmensgruppe und der Stadt Bamberg.

Mit der Entscheidung für Bamberg hat sich die kreisfreie Stadt in Oberfranken mit rund 71.000 Einwohnern gegen die direkten Konkurrenten Würzburg, Coburg und die kleinere Nachbarstadt Hallstadt beim Standortpoker um ein neues Kompetenzzentrum durchgesetzt. Grundlage war ein einstimmiger Beschluss im Bamberger Stadtrat über ein Maßnahmenpaket, das elf Millionen Euro kostet und die Voraussetzung für die Ansiedlung an der Bamberger Breitenau im Bamberger Nordosten schafft.

Im Bamberger Nordosten unweit von Flugplatz und Autobahnkreuz will die Brose-Unternehmensgruppe ein Kompetenzzentrum bauen, das in erster Linie für Entwicklung, Vertrieb und Versuch im Türgeschäft dienen soll. "In einem ersten Bauwerk werden ab 2014 rund 500 Mitarbeiter ihre Arbeit aufnehmen. Am Ende des Ausbaus sind 1200 Arbeitsplätze und Investition von über 200 Millionen Euro geplant", kündigte Michael Stoschek bei der Vorstellung der Pläne an.


Entscheidung gegen Coburg



Die Wahl Bambergs für den neuen Brose-Standort war auch eine Entscheidung gegen Coburg, wie Stoschek sagte: "Insofern ist unsere Standortentscheidung ein Erfolg der Politik in Bamberg gegenüber dem Coburger Raum." Stoschek warf dem Coburger Oberbürgermeister Norbert Kastner eine unverantwortliche Ausgabenpolitik vor. Sie habe bewirkt, dass die über viele Jahre einkommensstärkste Stadt Bayerns keinen Spielraum für Zukunftsinvestitionen habe. Der Unternehmensführer bestätigte, dass von den 500 Arbeitsplätzen, die in Bamberg in einer ersten Ausbaustufe entstehen, 350 aus Coburg verlagert werden.

An der Kreuzung Berliner Ring sollen in drei Bauabschnitten zwei Verwaltungsgebäude und zwei Produktionsgebäude entstehen. Um den Bau zu ermöglichen, müssen in Bamberg die bestehende Park- und Rideanlage, abgebrochen und ein Sportverein verlagert werden. Betroffen ist auch der Plärrerplatz, auf dem seit vielen Jahren das Bamberger Volksfest Plärrer stattfand. In die Ertüchtigung des Flugplatzes steckt die Stadt 4,6 Millionen Euro.