Vor vielen Jahren sagte der Musiker Tony Bulluck, als es bei den ersten Jazzfestival fast nur regnete: "Das ist kein Regen, das ist der Blues!"

Doch nicht alle Besucher des achten Bamberger Jazz- und Bluesfestival sahen es so entspannt wie der Musiker, der übrigens von Anfang an auf dem Festival spielt. Dies zeigte sich zeitweise auch deutlich an der Besucherzahl. Als es beispielsweise am Samstagabend wie aus Eimern regnete. leerte sich der Maxplatz schlagartig. Erst gegen Abend, als die Sängerin Layla Zoe, einer der Topacts des Festivals, die Bühne betrat, füllte sich der Platz wieder. Zwar regnete es nicht mehr, aber gemütlich ist anders. Warme Jacken und Regenschirme gehörten dieses Jahr zur Pflichtausrüstung des Festivals.

"Wir kommen seit drei Jahren regelmäßig zum Jazzfestival nach Bamberg. Doch so schlechtes Wetter hatten wir noch nie", berichtete das Ehepaar Reuters aus Kassel.
Während der Auftakt am Montag und Dienstag noch einigermaßen trocken blieb, seien sie die anderen Tage des öfteren vom Regen überrascht worden. Dennoch hätten sie sich ihren Spaß nicht nehmen lassen. Allerdings, so gestehen sie, hätten die beiden im Gegensatz zu den Vorjahren dieses Jahr schon mal das ein oder andere Konzert sausen lassen und sich lieber in einer der umliegenden Gaststätten "gewärmt". "Trotzdem haben wir uns fest vorgenommen. nächstes Jahr wieder nach Bamberg zu kommen. Und dann hoffen wir, dass wieder die Sonne scheint", sagte lachend Barbara Reuter.

Mehr auswärtige Besucher
Trotz des schlechten Wetters zog Veranstalter Klaus Stieringer vom Stadtmarketing Bamberg eine positive Bilanz. "Vor dem Hintergrund des Regens sind die Zuschauerzahlen des letzten Jahres nicht erreicht worden." Insgesamt haben seinen Schätzungen zu Folge rund 100.000 Menschen das Festival besucht. Zugenommen hat ferner seiner Meinung nach der Anteil von auswärtigen Besuchern. Und für die sei das Wetter weniger relevant. Denn, so betonte der Citymanager, je weiter die Anfahrtsstrecken, desto uninteressanter ist die Wetterlage in Bamberg. "Ein weiterer Vorteil des nasskalten Wetters war es, dass wir zum Teil unsere Konzerte sehr früh beendet hatten", sagte Stieringer. Daher hätten die Bands, um die Zuschauer, die im Regen standen, nicht zu verlieren, durchgespielt und keine Pause gemacht. Somit habe es auch keine Beschwerde wegen Ruhestörung von seitens der Anwohner gegeben.

Großes Lob für das Bamberger Jazzfestival gab es von den auftretenden Künstlern. "Ich habe schon in vielen Städten auf vielen Bühnen gestanden, aber ich habe mich bisher auf keinem Festival so wohlgefühlt wie in Bamberg", schwärmte der Gitarrist der Band "Vandess", Guenes Sensoy. Zumal das Publikum einmalig war und trotz des Regens sich den Spaß an der Musik hätte nicht verderben lassen.

Eine mehr als gelungene Premiere feierte auch das erste Konzert in der Martinskirche, welches im Rahmen des Jazzfestivals stattfand. Als gegen 22 Uhr Tony Bulluck aufspielte, war in der Martinskirche - die wegen der Sanierung nur zur Hälfte zur Verfügung stand - restlos überfüllt. Selbst in den Gängen saßen und standen die Besucher dicht gedrängt. Und da noch weitere Zuhörer ins Innere gelangten wollten, musste die Security den Einlass stoppen. Am Ende war die Begeisterung unter der Teilnehmern groß, als kurz nach Mitternacht der Musiker seine letzte Zugabe spielte. Selbst Tony Bulluck war gerührt und zollte dem Publikum viel Applaus.