Also klimperte es mal aufreizend wie im Juke Joint, der Spelunke, mal rollten, immer im mittleren oder langsamen Tempo, die ostinaten Figuren der linken Hand. Virtuos, aber bei der kargen Instrumentierung konnten sich zumal bei langsamen Nummern die zwölf Blues-Takte schon verdammt lang dehnen.
Dafür spielte die Lady mit den Worten bei "Miss Sippi Waters" und alle Textstandards rauf und runter vom "Mother Blues" bis zur ersten Liebe und den folgenden. B. B. Kings "There Is Something On Your Mind" gab in etwa die Marschrichtung vor, ein Klassiker wie "Stagger Lee" durfte nicht fehlen, und zwischen den Gesängen um Liebe und Triebe bediente ja Rannenberg das Piano wie der große Pinetop Perkins, während die imposante Sängerin auch einmal herumtänzelte. Back to the roots hieß es an diesem eher kühlen Sommerabend, Emotion, nicht Rock 'n' Roll. Auch gut, denn Blues und Jazz schillern in vielen verschiedenen Facetten. Diese schillerte eben verhalten.