Sie gebietet über ein mächtiges Organ, das mal seidig moduliert, mal abgrundtief grummelt, mal beherzt schreit - Brown kennt alle Finessen des weiblichen Blues-Gesangs, hat ihre Vorbilder genau studiert. Im Übrigen ist sie so erfahren, hat mit so vielen Größen des Genres in den USA und Deutschland musiziert - seit mehr als 20 Jahren lebt sie in Osnabrück -, dass sie intoniert wie im Traum. Und das wie immer bei diesem Festival eher zurückhaltende Publikum im Griff hat.
Als Begleitung hatte sie sich neben der Rhythmusgruppe aus Kevin Duvernay am elektrischen (Kontra-)Bass und Tommie Harris am Schlagzeug Christian Rannenberg als E-Pianisten mitgebracht. Der ist ein Routinier wie sie, vielleicht der versierteste deutsche Blues-Pianist, was bedeutete, dass er in seinen langen Soli immer wieder Boogie Woogie spielte.