Um Schülerinnen und Schüler besser auf das Berufsleben vorzubereiten, gibt es an der Mittelschule Bischberg das Schulpatenschaftsmodell: Es soll die Betriebspraktika, die während der 8. Klasse und der diesjährigen 9. Mittlere-Reife-Klasse absolviert werden, ergänzen und die Schüler noch gezielter auf das Berufsleben vorbereiten. Dabei ist es ausdrücklich erwünscht, hier Berufe näher kennenzulernen, die nicht in den Praktika erprobt werden.
Dazu wurde jetzt ein Patenschaftsvertrag erarbeitet, den die Schüler mit verschiedenen Betrieben im Bürgersaal der Grundschule Bischberg unterzeichneten. Sehr viele Repräsentanten der rund 40 ausgewählten Patenschaftsbetriebe waren an diesem Abend anwesend.


So funktioniert's

Patenschüler und Patenbetrieb verpflichten sich vertraglich bis zu den Osterferien zu einem wöchentlichen Patentreffen
außerhalb der Unterrichtszeit, dessen Zeitrahmen die Partner selbst bestimmen.
Der Pate vermittelt dem Patenschüler beziehungsweise der Patenschülerin Praxiserfahrung und Hilfen zur Berufsorientierung und Berufsfindung in Theorie und Praxis. Dadurch erhalten die Jugendlichen Einblick in die reale Berufswelt, was als hilfreiche Ergänzung zu Betriebserkundung und Betriebspraktikum angesehen werden kann.
In seiner Begrüßung zeigte Rektor Wolfgang Loch auf, inwieweit die sinkenden Schülerzahlen den bereits bemerkbaren Fachkräftemangel noch weiter verschärfen werden, und dass es gerade auch vor diesem Hintergrund für die Firmen wichtig sei, den potenziellen künftigen Mitarbeiter langfristiger zu betrachten. In der Vorstellungsrunde der vertretenen Betriebe zeigte sich die große Bandbreite der vertretenen Sparten: Von der mobilen Hebamme über Einzelhandelskaufleute, Bürokaufleute, Fachkräfte für Lagerlogistik und mehr bis zum Industriebetrieb waren Vertreter ganz unterschiedlicher Berufsfelder anwesend.


Beide Seiten profitieren

Bei der Vorstellung des Patenschaftsvertrags wies Schulleiter Wolfgang Loch darauf hin, dass eine Hilfestellung mit "professioneller Hand" Bereiche erschließen könne, die Elternhaus und Schule nicht fassen könnten. Bei einer Patenschaft stehe Praxis statt Theorie im Vordergrund - eine Tatsache, die gerade Mittelschülern äußerst entgegenkomme.
Für Unternehmer, so Loch, bietet die Patenschaft die Möglichkeit, durch ständigen Austausch mit der Schule auch gestaltend einwirken zu können. Letztlich komme es für die Firmen auch zu einem Imagegewinn durch Bekanntmachung des Projekts, also im Grunde genommen zu "Werbung", zeigten sie doch mit ihrer Teilnahme, dass sie Schule als Gemeinschaftsaufgabe verstehen, an der alle mitarbeiten sollten. Ins Leben gerufen wurde das Modell vom 2008 gegründeten Arbeitskreis Schule-Wirtschaft: eine Maßnahme, für die die Mittelschule Bischberg im Landratsamt ausgezeichnet wurde.

Die zentralen Ziele des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft

• eine enge Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft

• Berufsorientierung vor Ort für die Jugendlichen praxisnah zu gestalten

• Qualifizierte Berufsfindung forcieren

• den Dialog zwischen Schule und Wirtschaft aufzubauen und aufrecht zu erhalten

• die Mittelschule als berufsvorbereitende Schule erfahrbar machen und die Ausbildungschancen ihrer Absolventen zu verbessern

• Betrieben die Möglichkeit geben, Talente der Schüler zu erkennen und Nachwuchskräfte zu fördern

• Schulpatenschaften anzuregen