Die Weichen für ein neues Baugebiet stellte der Gemeinderat Bischberg in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause. Dabei ging es um das Gelände am Kastanienweg, wo sich die ehemalige Gaststätte Schwalbach befand. Dort sollen nun nach dem Willen des Gemeinderates und des Bürgermeisters Michael Dütsch (BI) 13 Reihenhäuser, zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 24 Wohneinheiten und, sobald ein Träger gefunden ist, ein Senioren- und Pflegeheim entstehen.

Nachdem auch die Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange durchweg ihr Einverständnis mit der Planung signalisierten, beschloss der Gemeinderat die zwölfte Änderung des Bebauungsplanes "Westlicher Ortsteil".

Baubeginn an der Kastanienstraße für 2021 geplant

Mit einem Baubeginn sei schon im nächsten Jahr zu rechnen, informierte der Bürgermeister. Einher geht eine Verlängerung des bestehenden Kastanienweges.

Zu Beginn der Sitzung vereidigte der neue Bürgermeister, der als ehemaliger Geschäftsstellenleiter der Gemeinde keinerlei Einarbeitungszeit benötigte, Walburga Gotthardt (BI) als Nachrückerin für den im Juli überraschend verstorbenen langjährigen Bürgermeister Johann Pfister als neues Gemeinderatsmitglied. Einarbeitungszeit benötigt diese ebenfalls nicht, gehörte sie dem Rat doch bereits von 2012 bis 2020 an.

Lidl-Markt kommt ins Industriegebiet Trosdorf

Auch im Industriegebiet Trosdorf wird Bischberg attraktiver. Dort soll im nächsten Jahr auf dem Gelände des ehemaligen Philips-Sonderpostenmarkt und auf dem angrenzenden Parkplatz und der Ackerfläche ein Lidl-Markt mit einer Verkaufsfläche von 1200 Quadratmeter entstehen. Angedacht ist auch noch ein Drogeriemarkt.

Dafür muss die Zuwegung neu geregelt werden, denn aufgrund der Verkehrssituation in der Industriestraße erhält der neue Markt eine Zufahrt und, im rückwärtigen Bereich, eine Ausfahrt. So soll ein eventueller Rückstau mit einer dann aufgewerteten S-Kurve vermieden werden. Erläutert wurde diese Maßnahme durch Rüdiger Hellmich von der Weyrauther Ingenieurgesellschaft aus Bamberg. Nun wird die Gemeinde mit den privaten Grundstückseigentümern Verhandlungen aufnehmen, angeregt wurde auch die Schaffung einer ÖPNV-Haltestelle in diesem Bereich.

Ausbau des Hubertusweg soll bald beginnen

Schneller als geplant wurden die Bauarbeiten in der Pelzerstraße abgeschlossen. So ergibt sich die Möglichkeit, den Ausbau des Hubertuswegs als Anschlussauftrag anzuhängen. Die Kosten für die Kanal-, Wasserleitungs- und Straßensanierung betragen 249 000 Euro. Da die Ausbaukosten der Pelzerstraße derzeit weit unter den veranschlagten Kosten von 668 000 Euro liegen, kann die Maßnahme durch die Einsparungen finanziert werden. Der Gemeinderat war einstimmig dafür.

Probleme mit der Heizung sprengen Kostenplanung

Ein neues Nutzungskonzept, die Sanierung und der eventuelle Umbau des Unteren Schlosses treibt die Gemeinde seit längerer Zeit um. Als anrechenbare Baukosten wurden rund 670 000 Euro angesetzt. Die Kosten können aber höher ausfallen, sind doch Probleme mit der Heizung und den Wasserleitungen bekannt, auch ein barrierefreier Ausbau wurde gefordert.

In der Diskussion ist die Wiederbelebung der Gaststätte oder eine Nutzung als Büchereigebäude. Wohin die Reise geht, soll ein Nutzungskonzept mit Umbau- und Instandhaltungsmaßnahmen erhellen. Dieses soll das Architekturbüro Schickel aus Bamberg für 131 850 Euro erstellen. Haushaltsmittel wurden eingestellt, die Abstimmung war einstimmig.

Kanäle in Bischberg und Tütschengereuth werden saniert

Kanalsanierungen werden in Bischberg in regelmäßigen Abständen durchgeführt. Schadhafte Kanäle werden in "grabenloser Bauweise", also durch das Einführen von Kunststoffrohren, behoben. Saniert werden noch in diesem Jahr ein Bereich in Tütschengereuth und drei Bereiche in Bischberg von einer Firma aus Landsberg für knapp 80 000 Euro.

Der Bau der vierten Kindertageseinrichtung St. Matthäus wurde bereits beschlossen. Nun wurde der Auftrag für die Rohbauarbeiten mit einer Auftragssumme von 746 130 Euro an eine Lisberger Baufirma vergeben. Positiv beschieden wurde der Antrag des Tennis-Clubs Blau-Weiß Bischberg auf die Befreiung von Anschluss- und Benutzerzwang der Wasserabgabesatzung für die Beregnung seiner Sportplätze.

Eine Ersatzbeschaffung des TLF 16/20 (Baujahr 1989) steht für die Freiwillige Feuerwehr Bischberg ins Haus. Entsprechend des Förderbescheides sind Haushaltsmittel in Höhe von 430 000 Euro im Haushaltsjahr 2021 einzustellen. Gewährt wird frühestens im selben Jahr ein Zuschuss von 105 000 Euro.

Bunt gemischt die Mitteilungen aus der Verwaltung

Ein neuer Unimog wurde ausgeliefert, die Biber machten zwei gemeindlichen Apfelbäumen den Garaus, die Bestandsfahrzeuge der Gemeinde werden mit Abbiegeassistenten ausgestattet, das Hauptdach der Mittelschule, das nun aus Aluminium besteht, wurde abgenommen und die Parkproblematik an der Schulstraße wurde erneut erörtert.