Als Beweis nennt der Naturkenner die Gemeine Keil-Jungfer, eine seltene Libellenart mit hohen Ansprüchen an ihren Lebensraum. Ihr Hauptverbreitungsgebiet hat diese Insektenart in Oberfranken zwischen der Buger Spitze und Klein Venedig. Weil ihre Larven drei Jahre lang im Wasser leben, würden sie hier nicht vorkommen, wäre das Wasser verschmutzt. „Die messen praktisch täglich“, sagt Potrykus.

Mal am Flusssand riechen

Doch auch für Menschen sei es ein Leichtes, die Qualität eines Gewässers zu überprüfen. „Wer vom Grund eines Flusses eine Hand voll Sand oder Erde nimmt und daran riecht, wird schnell feststellen, ob sich darin Fäulnisstoffe befinden.“ Der Regnitzsand sei praktisch geruchslos.
Warnschild: "Lauter Lügen"

Vorwürfe gegen die Stadtwerke erhebt Potrykus auch wegen des Warnschildes am Flussrand. Die dort formulierten Behauptungen, es gebe Untiefen, Treibgut aus Metall und Glas, sowie eine starke Strömung – „das sind lauter Lügen“. Die Regnitz habe an dieser Stelle eine relativ gleichmäßige Tiefe von 1,20 bis 1,80 Metern. Metall und Glas kämen als Treibgut nicht vor, ebenso könne man bei einem Zahmwasser nicht von gefährlicher Strömung sprechen. In 70 Jahren sei kein einziger Unfall aktenkundig geworden. Lebensgefährlich sei das Baden in Bamberg nur bei den Oberen Mühlen und am Alten Rathaus, sagt der 73-jährige Bamberger.
Lieber Erlebnislandschaft schaffen

Bamberg solle sich an der Landeshauptstadt unter ihrem OB Christian Ude (SPD) orientieren, wo man für 13 Millionen Euro nach dem Isarplan die Ufer renaturiert und eine wunderschöne Erlebnislandschaft geschaffen habe. Tausende badeten heute entlang der Isar. Trotz einer Keimzahl, die wie in der Regnitz Schwankungen unterworfen sei, gebe es kein generelles Badeverbot. An vielen Stellen könne wieder bedenkenlos gebadet werden.