Björn Wortmann, Jugendsekretär des DGB Nordbayern, sagt es deutlich: "Der gewaltbereite Neonazi mit Glatze und Baseballschläger ist nur die Spitze des Eisbergs". Sein Kollege, Regionsvorsitzender Mathias Eckardt, pflichtet ihm bei. Neonazis, die man bei Aufmärschen und ähnlichen Veranstaltungen sieht, seien nur ein kleiner Teil dessen, was Rechtsradikalismus ausmache. Nicht immer sei dieser einfach erkennbar. Auf seine subtilen Formen, die in die Gesellschaft eindringen müsse besonders geachtet werden.

Der DGB versucht gerade bei jungen Leuten einen Fokus für Alltagsrassismus und Ausgrenzung von Minderheiten entstehen zu lassen. "Wir haben zum Beispiel Projekttage an Schulen mit T-Shirts und Aufkleberaktionen.
Jetzt kam von Mitgliedern der DGB-Jugend selber die Idee mit der Aktion ,Kein Bier für Nazis'", so Björn Wortmann. Man habe in Ballungszentren einen Anstieg von rechtsradikaler Propaganda sehen können. Darauf soll auch gerade in Gaststätten aufmerksam gemacht werden.

Dazu werden Bierdeckel an die Wirte verteilt. Der auf den Deckeln gedruckte Satz "Deutsches Reinheitsgebot nur für Bier" soll ein Blickfang sein, daneben gibt es Links und einen QR-Code zur Aktion.
"In Regensburg gab es einen Vorfall, bei dem eine Kneipe von Neonazis komplett zerlegt wurde. Daraufhin gab es eine Initiative der Gestwirte gegen die Bewirtung von Nazis", berichtet Mathias Eckardt. Mit den Bierdeckeln wolle man etwas ähnliches versuchen.

Flagge gegen Rechts zeigen

Auf der einen Seite wolle man die Leute auf die immer wieder vorhandenen Missstände aufmerksam machen. "Wenn man abends mit seinen Freunden etwas trinken geht und über den Bierdeckel ein Gespräch über rechtes Gedankengut in der Gesellschaft in Gang kommt, ist das schon ein Erfolg", sagt Björn Wortmann. Auf der anderen Seite zeige die teilnehmende Gaststätte Flagge.

"Wir haben uns entschieden, die Bierdeckel in unserem Betrieb einzusetzen, um ein klares Zeichen gegen Rechts zu setzen. Nazis sind bei uns im Hause nicht willkommen", meint der Geschäftsführer des Stilbruch, Stefan Meyer-Brandis. Auch Markus Schäfer von der Interessengemeinschaft "InteresSAND" unterstützt die Zusammenarbeit mit dem DGB im "Stilbruch". Wenn die Aktion gut anlaufe, würde man sie auch anderen Wirten in Sandgebiet ans Herz legen.