Bunt vor Beton: Eine schrille, drei Meter hohe Kreatur steht auf dem Grünstreifen des Berufsförderungswerks (BFW) Bamberg. "Du bist aber eine schöne Madam!", begrüßt eine Frau die farbenfroh gestaltete Holzskulptur. Ein Mann streckt den Daumen nach oben, als er die Skulptur begutachtet. "Holzmadam" tauften die Teilnehmer der Lebenshilfe Nürnberg ihr Kunstwerk. Für die Mitglieder der "Werkstadt" war es am Dienstag das erste Mal, dass sie ihre Kreation aus Holz und Stahl in voller Größe sahen.

Die Räume der Lebenshilfe seien dafür zu klein gewesen, sagte Lutz Krutein, der die Teilnehmer begleitete. Auf dem Gelände des BFW-Neubaus in der Baunacher Straße ist hingegen genügend Platz für das moderne Kunstprojekt. Beate Cöster, Leiterin des BFW-Standorts Bamberg, schien besonders glücklich darüber zu sein, ein weiteres Kunstobjekt der Gruppe aus Nürnberg im Regionalzentrum auszustellen. Neben der Skulptur waren bereits bei der Gebäudeeinweihung im Dezember Bilder von der Werkstatt-Teilnehmerin Eftymia Sampsonidou im Gebäude zu sehen.

Für die "Holzmadam" haben die Kunstschaffenden daheim oder bei Freunden nach Holzstücken gesucht, die dann in unterschiedlichen Farben angemalt wurden. Die "Holzmadam" sollte dabei keinerlei Idealen entsprechen, erklärte Lutz Krutein. "Nicht perfekt sein, aber trotzdem attraktiv." Ein Leitspruch, den auch das Berufsförderungswerk verfolgt. Mit der Hilfe des Teams um Beate Cöster ziehen momentan knapp 90 Teilnehmer einen Nutzen aus dem Angebot der ambulanten Berufs-Reha in Bamberg.

Im Berufsförderungswerk bekommen Menschen Hilfe, die aufgrund eines Unfalls oder anderer lebensverändernder Umstände ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben können. Mit der Unterstützung des medizinischen, psychologischen und sozialpädagogischen Personals können die Betroffenen durch die Berufsumschulung einen Neuanfang starten.