Erwischt! Über 50 Fahrer tappten in die Polizeikontrolle. Die Bamberger Polizei hat in den letzten Wochen verstärkt das Durchfahrverbot an der Karolinenstraße kontrolliert. Bis Sommer diese Jahres jedoch könnte die "alte" Polleranlage ihren Dienst wieder aufnehmen.

Die Polizei hat bei ihren Kontrollen jedenfalls so etliches erlebt. Ganz schön dreist war etwa ein Fahrzeughalter aus dem Landkreis. Der fuhr schnurstracks und bereits weit nach 18 Uhr vom Torschuster her kommend auf die Karolinenstraße zu - obwohl diese nachts für Fahrzeuge gesperrt ist; es sei denn man hat eine Ausnahmegenehmigung. Als dieser Fahrer die Polizeikontrolle erblickte, wendete er in letzter Minute und nahm dabei fast eine Kollision mit einem anderen Fahrzeug in Kauf.

Andere Fahrer hatten weniger "Glück" und tappten in eine der zahlreichen Kurzkontrollen, die die Bamberger Polizei in den letzten Wochen durchführte.
"Wir wollen damit an das Durchfahrverbot in der Karolinenstraße erinnern. Zumal wir teilweise in einer halben Stunde bis zu 16 Autofahrer angehalten hatten, die unerlaubter Weise durchfahren wollten", erläuterte Klaus Linsner, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt. Insgesamt hätte die Polizei bisher weit über 50 Autofahrer angehalten und ermahnt.

Eigentlich sollten diese Kontrollen gar nicht mehr notwendig sein. Denn die Stadt Bamberg hat im Jahre 2007 für etwa 150.000 Euro neben der Sandstraße auch hier eine Polleranlage installiert. Diese sollte dann nur noch Fahrzeuge mit Ausnahmegenehmigungen passieren lassen. Dazu sollte eine der drei Poller, nach erfolgreicher Kennzeichenerkennung, in den Erdboden versinken und eine Durchfahrt ermöglichen. Doch lange war die Anlage nicht in Betrieb: wegen einer schadhaften Software gab sie "ihren Geist" auf. Seitdem ruht der mittlere Poller, der ungebetene Autofahrer von der Durchfahrt abhalten soll, im Boden der Karolinenstraße.


Weitere 100.000 Euro

"Wir haben diesbezüglich mit dem Brtreiber der Softwarefirma einen Prozess geführt, in welchem geklärt werden soll, wer die Schuld trägt, dass die Polleranlage nicht mehr funktioniert", erläuterte Ulrike Siebenhaar von der Pressestelle der Stadt Bamberg. Währenddessen jedoch sei der Besitzer der Firma verstorben.
Seine Erben hätten den Nachlass abgelehnt, da sie dadurch auch die Schuldenlast der Firma hätten übernehmen müssen. Nun müsse noch das Verfahren endgültig abgeschlossen werden. Denn es könnte immerhin noch möglich sein, dass sich der Anwalt des Verstorbenen, so schilderte Siebenhaar, sich an der Stadt schadlos halten könnte.

Allerdings rechnet man im Rathaus damit, dass noch bis Sommer dieses Jahres "alles über die Bühne" gegangen ist und eine neue Software installiert werden kann. Die Stadt muss dann aber noch einmal in die Tasche greifen und weitere 100.000 Euro für die neue Software und die dazugehörigen Kameras aufbringen. Bis dahin jedoch wird die Polizei weitere Kurzkontrollen durchführen.