Wenn alles planmäßig verläuft, kann der Baubeginn für die Erweiterung der Mensa am E.T.A-Hoffmann-Gymnasium zu Beginn des Jahres 2016 erfolgen. Mit einer Fertigstellung werde dann im Ende des Jahres 2016 gerechnet. Dies wurde auf der jüngsten Sitzung des Zweckverbandes für Gymnasien bekanntgegeben.

Die neue Mensa soll deutlich mehr Fläche bekommen. So ist geplant, im Untergeschoss, wo derzeit unter anderem Fahrräder abgestellt sind, eine barrierefreie Bibliothek sowie einen Hausaufgabenraum für die Ganztagsbetreuung zu errichten. Zudem sollen dort Personalräume und eine behindertengerechte Toilette entstehen. Die jetzige Mensa soll um 50 Meter in nördliche Richtung angebaut werden. Sie biete damit ausreichend Platz für die Mittagsbetreuung, eine neue Küche mit Essensausgabe sowie für einen Aufenthaltsraum für die Ganztagsschüler. Die Gesamtkosten der Umbaumaßnahme belaufen sich nach aktuellen Kostenberechnungen der Architekten auf 1,75 Millionen Euro. Welche Fördermittel abgeschöpft werden können, muss in den nächsten Wochen geklärt werden.

Im Rahmen der Erweiterung der Mensa wurde auch die Frage nach dem Brandschutzkonzept des E.T.A.-Hoffmann-Gymnasiums aufgeworfen. "Um das Gymnasium aufgrund seines Alleinstellungsmerkmals als einziges musisches Gymnasium in Stadt und Landkreis Bamberg zukunftsfähig zu gestalten, wurde auch nach einer Lösung für eine barrierefreie Erschließung gesucht", schilderte Christian Wonka vom Immobilienmanagement. Daher sollen am Hauptgebäude in vier Bauabschnitten ein zweiter Rettungsweg geschaffen, auf der Vorderseite des Hauptbaus ein Aufzug angebracht und eine Rampe zur Erschließung des süd-östlichen Erweiterungsbaus errichtet werden. Darüber hinaus sollen Bypass-Türen, die Fluchtwege in verschiedene Richtungen ermöglichen, eingebaut werden und die Kunstvilla barrierefrei erschlossen werden. Die Gesamtkosten der Umbaumaßnahme liegen bei rund 1,3 Millionen Euro. Der Baubeginn soll auch hier 2016 erfolgen.

Aber nicht nur das E.T.A.- Hoffmann-Gymnasium soll erneuert werden, auch am Franz-Ludwig-Gymnasium gibt es Handlungsbedarf. Im Zuge von Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen wurden in den Jahren 2003 bis 2010 An- und Neubauten und eine Teilsanierung des Altbaus durchgeführt. Die Fassaden der Altbauten waren allerdings nicht Bestandteil der damaligen Sanierungsmaßnahmen. Leider, so berichtete Finanzreferent Bertram Felix, kam es in den vergangenen Jahren wiederholt zu Abgängen von Natursteinteilen und Abbröckelungen an den historischen Fassaden. Deswegen wurden bereits mehrfach Notsicherungsmaßnahmen durchgeführt. Im Hinblick auf den starken Schädigungsgrad des Sandsteins soll nun die Sanierung des Altbaus bereits in diesem Jahr erfolgen. Allerdings in mehreren Bauabschnitten. Im ersten Abschnitt wird die Fassade der Aula und des Zwischenbau saniert. Dabei werden auch gleichzeitig das Dach und die Fenster mitsaniert. Die Kosten hierfür betragen 1,16 Millionen Euro. Im Jahr 2016 sollen dann die restliche Fassade am Hauptgebäude und 2017 die Fassade zum Heinrichsdamm hin saniert werden.

Flüchtlinge in Turnhallen?

Auch die Unterbringung von Flüchtlingen in Bamberg stand auf der Tagesordnung des Zweckverbands. Wenn der äußerste Notfall eintritt, muss auch die Stadt Bamberg mehrere Turnhallen zur Unterbringung der Flüchtlinge bereithalten. Aktuell hat die Stadtverwaltung hierfür die Turnhallen der Pestalozzi-, der Heidelsteig-, der Luitpold- und der Erlöserschule eingeplant. Geeignet seien ferner die Turnhallen des Dientzenhofer-Gymnasiums, des Eichendorff-Gymnasiums sowie des E.T.A.-Hoffmann-Gymnasiums. Besonders die Hallen des DGs, die ebenerdig liegen, von außen über separate Eingänge verfügen und gut mit sanitären Einrichtungen ausgestattet sind, könnten eine größere Menge an Flüchtlingen aufnehmen.

Allerdings, so betonte Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), ist derzeit eine Unterbringung von Asylbewerbern in Turnhallen nicht vorgesehen. Denn nach wie vor werde von der Stadt die Unterbringung der Flüchtlinge in Wohnungen auf dem ehemaligen Kasernengelände befürwortet. Da jedoch noch nicht feststeht, ob dieser Vorschlag von der Regierung von Oberfranken akzeptiert werde, müsse auch Bamberg Turnhallen vorhalten.

Zahlen An den sechs Bamberger Gymnasien werden aktuell 5483 Schüler unterrichtet (im Vorjahr 5626). Die meisten gehen ans Clavius-Gymnasium (1247 Schüler), gefolgt vom Dientzenhofer-Gymnasium (1144 Schüler) und dem FLG mit 1033 Schülern. Die meisten Neuanmeldungen in diesem Schuljahr hatte nach dem CG das E.T.A-Hoffmann-Gymnasium mit 139 Schülern zu verzeichnen. Das CG kam auf 150 Neuanmeldungen, das FLG auf 127 und das DG auf 130. Beim KHG waren es 71 und beim Eichendorff-Gymnasium 58 neue Schüler. Insgesamt wechselten im Schuljahr 2014/15 675 Schüler an die Gymnasien. Das sind exakt so viele wie auch im Jahr zuvor. Der Klassendurchschnitt besteht zwischen 23,8 (KHG) und 27,8 (CG) Schülern.