Künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren - das haben sich die Vereinten Nationen in die Präambel ihrer Charta geschrieben. Und in diesem Geist findet jährlich auch die Konferenz-Simulation, "National Model United Nations" (NMUN), zu der die Universität Bamberg im März eine 16-köpfige Delegation von Studenten nach New York schicken wird. Im UN-Hauptsitz werden sie auf rund 5000 Studierende aus aller Welt treffen und mit ihnen über die großen weltpolitischen Themen diskutieren.

Von ihrer Universität ausgewählt, durchlaufen die Bamberger Delegierten aktuell ein vorbereitendes Programm aus Tutorium, Seminar, Rhetorikschulung und Probekonferenzen. Und sie setzen sich mit den ihnen zugeteilten Ländern auseinander. Die 16 Abgeordneten der Otto-Friedrich-Universität erhalten acht Sitze in der Konferenz, die jeweils doppelt besetzt werden. Dabei repräsentieren sie das Emirat Kuwait im Weltsicherheitsrat und das Land Malaysia in sieben UN-Gremien.

Um deren Interessen möglichst authentisch wiederzugeben, recherchieren sie im Vorfeld Kultur, Geschichte und Politik der zu vertretenden Nationen. Anschließend erarbeiten sie vor diesem Hintergrund Lösungskonzepte zu Themen wie Klima- und Umweltschutz, Terrorismus und Hungersnot, Flucht und Armut. Die Ergebnisse werden in zweiseitigen "Positions-Papieren" festgehalten. Um sicher zu gehen, dass diese tatsächlich Kuwaits und Malaysias Politik entsprechen, trifft sich die Bamberger Delegation vor New York mit den Diplomaten der beiden Staaten in Washington und Berlin.


Mit Bayreuth und Erfurt geprobt

Aktuell umfasst die UN 193 Mitgliedstaaten. 130 dieser vereinten Nationen sind bei der "National Model United Nations"-Konferenz in New York vertreten, die seit 1946 jedes Jahr über die Bühne geht. Bei der Probekonferenz "BAMUN" trafen sich bereits Anfang Dezember die Abgeordneten der Universitäten Bamberg, Bayreuth und Erfurt, um einen Eindruck davon zu gewinnen, was sie in New York erwartet. Hierbei vertrat jeder der Studierenden ein eigenes Land.

Doch nicht nur die politischen Interessen der Staaten spielen im Projekt eine Rolle. Auch um die Organisation müssen sich die 16 Bamberger kümmern. So gibt es eigene Presse- und Finanzteams. "Gruppenbildende Veranstaltungen wie Improvisationstheater und Vertrauensübungen stehen am Beginn von NMUN", erzählt Rahel Rude, die vor ihrer Bachelorarbeit im nächsten Jahr, die "letzte Chance" nutzen möchte, in New York dabei zu sein. "Jeder bringt andere Vorkenntnisse und Interessen in das Projekt mit, dadurch ergänzen wir uns sehr gut", beschreibt sie die Bamberger Vertreter.


Lob der Politiker

"Kein anderes Projekt weltweit bietet eine so vielschichtige und interessante Auseinandersetzung mit globalen Themen wie das NMUN-Programm", lobt Sigmar Gabriel (SPD). Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) erklärt: "Die großen Probleme dieser Welt sind weiterhin nicht gelöst. Und kein Land ist mächtig genug, sie alleine anzupacken. Das wichtigste internationale Forum hierbei sind die Vereinten Nationen. Doch leider bleiben die inneren Vorgänge von Konferenzen, Verhandlungen und Debatten für die Bürgerinnen und Bürger oft nur schwer nachvollziehbar. Umso mehr freut es mich, dass auch dieses Jahr wieder eine Delegation Bamberger Studenten an der NMUN teilnimmt."