Ein 19-jähriger Mann rief laut Polizeibericht bei einer 65 Jahre alten, gebürtigen Kasachin in Bamberg an und gab sich als ihr Sohn aus. Er erzählte ihr, dass er bei einem Treppensturz ein kleines Mädchen am Kopf verletzt habe, dieses nun operiert werden müsse und er dafür 10 000 Euro brauche. Bei einer Barzahlung der Operation würde keine Polizei eingeschaltet werden. Zeitweise sprach auch ein angeblicher Rechtsanwalt mit der Angerufenen.
Was der Betrüger nicht wusste: Die Bambergerin war bereits schon einmal auf diese Weise um ihr Geld gebracht worden und verständigte sofort die Polizei. Als der 19-Jährige bei der Wohnung auftauchte, um sein Geld abzuholen, klickten die Handschellen. Auch seinen 22 Jahre alten Komplizen, der mit einem Auto in der Nähe wartete, nahmen die Polizisten fest. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bamberg erließ der Ermittlungsrichter am Freitag Haftbefehl gegen die beiden Täter. Sie sitzen inzwischen in verschiedenen Justizvollzugsanstalten.

Bereits wenige Tage zuvor hatte die Kripo den dreisten Betrügereien eines 26-Jährigen einen Riegel vorgeschoben. Die Beamten schnappten den Betrüger vergangene Woche auf frischer Tat. Der Täter versuchte eine 62-jährige Frau um ihr Geld zu bringen. Als ihr vermeintlicher Neffe bat er sie in mehreren Telefongesprächen, 34 000 Euro zur Begleichung einer Steuerschuld zu besorgen.

Die misstrauisch gewordene Frau verständigte sofort die Polizei und schauspielerte dann bei den wiederholten Anrufen geschickt weiter. Als der Betrüger die Geldsumme bei seinem vermeintlichen Opfer abholen wollte, schlugen die Spezialisten der Kripo mit Unterstützung der Zivilen Einsatzgruppe aus Bamberg zu und nahmen den Mann aus Frankfurt fest.

Auch eine 75-Jährige in der Willostraße und eine 87 Jahre alte Frau, die in der Hegelstraße wohnt, hatten Anrufe von einer Unbekannten erhalten, die sich als Verwandte ausgab und möglicherweise eine Komplizin des 26-Jährigen ist. Zu einer Geldübergabe kam es glücklicherweise nicht. Die Polizei prüft derzeit, inwieweit der Mann und diese Frau, die vermutlich für eine Bande arbeiten, noch für weitere Enkeltrickbetrügereien verantwortlich sind.

Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang die Bevölkerung erneut vor Enkeltrickbe trügern und rät: Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis. Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen. Informieren Sie unter der Notrufnummer 110 sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt.