Schwer zu sagen wer mehr Spaß beim "Einreißen der Mauer" hatte: Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und seine Mannen von der Verwaltung oder die Vorschulkinder des Kindergartens St. Stephan. Wie auch immer. Am Ende hatte die Mauer ein paar Löcher mehr und der Raum war voller Staub. Doch für die eigentlichen Abrissarbeiten müssen dann doch die nächsten Tage die Fachhandwerker ran.

Zumal der "Mauereinbruch" nur ein symbolischer Akt, eine andere Art des Spatenstichs sozusagen, sein sollte. Denn der Kindergarten St. Stephan des Diakonischen Werks Bamberg-Forchheim in der Herzog-Max-Straße 16 soll eine Kinderkrippengruppe bekommen.

Versprechen schon 2007 gegeben

Er wird im vorderen Trakt des Gebäudes untergebracht, der bislang vom Schulverwaltungsamt der Stadt Bamberg genutzt wurde.
Da das Amt im Rahmen der Zentralisierung ins Rathaus am Maxplatz umgezogen ist, waren die Räume frei. Eigentümer des Anwesens bleibt die Stadtbau GmbH.

"Wir freuen uns, dass Oberbürgermeister Starke sein Versprechen wahr gemacht hat und wir nun zwölf neue Betreuungsplätze für Kleinkinder unter drei Jahren bekommen", sagte Veronika Schießer, Leiterin von St. Stephan. Auch wenn sie darauf lange hätten warten müssen. Denn Andreas Starke habe bereits im Jahre 2007 sein Versprechen abgegeben.

Jetzt sei die Freude umso größer, zumal es neben dem Ausbau des Gebäudes zur Kinderkrippe nicht nur eine große Küche geben, sondern auch der Parkplatz vor dem Haus in einen Spielplatz verwandelt werde. Hiervon profitierten auch die Kindergartenkinder.

Raumsituation verbessert sich

OB Starke hingegen sah in der Erweiterung des Kindergartens einen wichtigen Schritt in Richtung familienfreundliche Stadt. "Mit der hier vorgesehenen Kindergruppe verfügt die Stadt dann über 413 Krippenplätze. Damit kommen wir dem Wunsch nach einer flächendeckenden, modernen und qualitativ hochwertigen Kinderbetreuung ein Stückchen näher", betonte er. Neben den zusätzlichen Krippenplätzen gewinne aber auch der bestehende Kindergarten an Qualität, da sich insgesamt die Raumsituation ebenfalls verbessere.

Die Gesamtkosten des Umbaus belaufen sich auf circa 580 000 Euro. Dazu bekommt die Stadt vom Freistaat Bayern rund 325 000 Euro an Fördergelder aus dem Programm "Aufbruch Bayern". Der Umbau soll Juni 2014 abgeschlossen sein.