Abgesehen von den Parkplatzproblemen war der erste Plärrer am neuen Standort in der US-Kaserne an der Zollnerstraße ein Erfolg auf ganzer Linie. Besucher und Schausteller zogen im Frühjahr einheitlich eine positive Bilanz. Dennoch: Trotz der überaus guten Resonanz wird es im Herbst keine Fortsetzung geben. Die Gründe hierfür sind vielschichtig und wurden kürzlich dem Feriensenat mitgeteilt.

Zum einen hat eine Umfrage unter den Schaustellern ergeben, dass bei 34 Anfragen lediglich sieben Schausteller Interesse bekundeten, sich für den Herbstplärrer in Bamberg zu bewerben. Damit hätte man, wie Sozial-, Ordnungs- und Umweltreferent Ralf Haupt ausführte, nur 100 bis maximal 200 Quadratmeter von insgesamt 450 Quadratmetern gestalten können. Und damit nicht einmal die Hälfte des Platzes ausgefüllt.


"Unter diesen Umständen würde der Plärrer nach einem gelungenen Start massiv an Attraktivität einbüßen. Dies wäre ein falsches Signal an die Besucher, die sich dann nach der gesunkenen Qualität sicherlich fragen würden, ob ein weiterer Besuch überhaupt lohnt", betonte Haupt. Daher habe man in enger Abstimmung mit den Vertretern des Schausteller-Verbandes die Entscheidung gefällt, den Herbstplärrer 2014 nicht durchzuführen. Stattdessen wolle man alle Anstrengungen auf einen weiteren, attraktiven "Bamberger Frühling" 2015 konzentrieren. Die Stadtverwaltung werde die Schausteller dabei in gewohnter Weise unterstützen.

Im Feriensenat kam die Frage auf, ob es denn künftig nur noch einen Plärrer in Bamberg geben wird - wie der neue Name "Bamberger Frühling" vermuten lassen könnte. Haupt erwiderte, dass er kein Hellseher sei und nicht in die Glaskugel schauen könne. "Fakt ist, dass der Frühjahrsplärrer von jeher schon immer attraktiver war als der Herbstplärrer, bei dem oft auch das Wetter nicht mehr mitspielte", erläuterte der Referent. Er betonte aber auch, dass die Stadt daran interessiert sei, den Plärrer zweimal im Jahr stattfinden zu lassen.

Termine kollidieren

Auch könne man, wie von Senatsmitgliedern vorgeschlagen, den Herbstplärrer zeitlich nur schwerlich nach vorne verlegen. Denn dann würde man mit anderen Festen kollidieren und wiederum nur schwer genügend Schausteller nach Bamberg bekommen, da diese übers Jahr ihre festen Termine hätten.

Gänzlich ungeklärt ist generell die Standortfrage. Noch kann niemand mit Sicherheit sagen, ob der Plärrer dauerhaft auf dem Konversionsgelände eine neue Heimat finden wird. "Derzeit müssen wir dort mit viel Aufwand die komplette Infrastruktur auf dem Kasernengelände stellen. Bevor überhaupt nur eine Glühbirne brennt, müssen wir mit einem höheren fünfstelligen Betrag in Vorleistung gehen", erläuterte Georg Fischer, Vorsitzender der Bamberger Marktkaufleute und Schausteller.

Feste Installationen wie auf dem ehemaligen Plärrergelände an der Breitenau könne man noch nicht vornehmen, da die Eigentumsverhältnisse und die Zukunft des Platzes noch nicht geklärt seien. Fischer betonte jedoch, dass es auch von den Schaustellern das Ziel sei, künftig zwei Volksfeste im Jahr abzuhalten. Zunächst jedoch werde man sich mit aller Kraft auf den Frühlingsplärrer konzentrieren.

Die "Bamberger Mess" am Maxplatz findet dagegen wie gewohnt statt - und zwar vom 11. bis 25. Oktober.