• Stadtrat Klaus Stieringer (SPD) kündigt Austritt aus seiner Partei und Fraktion an
  • SPD Bamberg reagiert mit Stellungnahme
  • Umstrittener Lokalpolitiker erklärt Schritt in Interview mit Fränkischem Tag

"Die Bamberger SPD und der gesamte Kreisvorstand begrüßen die Entscheidung von Klaus Stieringer, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands zu verlassen!", erklärt die Partei in einer Stellungnahme am Mittwochnachmittag (10. August 2022). Das ermögliche der gesamten Partei einen Neuanfang. Nach einer Affäre um Fake-Accounts in der Kommunalpolitik hatte Stieringer seinen Austritt aus der Partei und Fraktion angekündigt.

Klaus Stieringer erklärt Gründe für Austritt

Gegenüber dem Fränkischen Tag erklärte Stieringer die Gründe hierfür: "Ich bin müde. Müde von den immer gleichlautenden Vorwürfen vom politischen Gegner, aber auch aus der eigenen Partei", sagte der Stadtrat dem Fränkischen Tag. "Irgendwann ist man zermürbt, ich bin es leid."

Die Bamberger SPD solle sich "wieder auf ihre Projekte und die Stadtgesellschaft konzentrieren können". Er wolle aber als "Einzelkämpfer ohne Fraktion" im Stadtrat bleiben. Das komplette Rücktritt-Interview lest ihr beim Fränkischen Tag (Plus).

Auch spannend: Warum Stieringers Austritt kein ganzer Rückzug ist (Fränkischer Tag Plus).

Fake-Accounts: Wie kam es zur Affäre in Bamberg?

Stieringer hatte sein Amt als Fraktionschef im Stadtrat im Januar niedergelegt, nachdem er gutgeheißen hatte, dass sich Accounts mit falschem Namen in einer Facebook-Gruppe mit Themen der Bamberger Kommunalpolitik teils SPD-freundlich äußerten. Nutzer sollen in der Gruppe unter falschem Namen der SPD zur Seite gesprungen sein und sich teils kritisch zur Berichterstattung in der Presse geäußert haben - das hatten zunächst Recherchen des Bamberger Kabarettisten Florian Herrnleben ergeben.

In der Sendung "Quer" des Bayerischen Rundfunks (BR) darauf angesprochen, sagte Stieringer im Dezember 2021: "Viele von denen kenn' ich, kenn' ich sogar gut" - gemeint waren die Leute hinter den Accounts. Fake-Accounts gäben Menschen die Möglichkeit, sich anonym unter dem Schutz der Persönlichkeitsrechte in den sozialen Netzwerken zu bewegen. "Das find' ich okay." Später sprach er von einem Fehler.

Gegenüber dem "Fränkischen Tag" betonte Stieringer erneut, er selbst stecke nicht hinter den Accounts mit falschem Namen. "Ich kenne die Accountinhaber, gut sogar", sagte Stieringer. "Doch ich werde die Namen nicht kommunizieren."

Wollt ihr einen Überblick über die Affäre? Der Fränkische Tag bietet alle seine Artikel zum Thema gesammelt in einem Dossier (Plus).