• Bamberg: "Spacebar Schwalbe" wird Pachtvertrag gekündigt
  • Traditionsreiche Kneipe hat 115 Jahre Geschichte hinter sich
  • Inhaberin nennt Kündigungsgrund - und sucht nach neuem Standort

"Spacebar Schwalbe" in Bamberg macht zu: "Das war direkt am zweiten Tag nach dem Lockdown", erinnert sich Olga Yanenko, die Inhaberin der "Spacebar Schwalbe" in Bamberg, im Gespräch mit inFranken.de. Da habe ihr der Verpächter der Räumlichkeiten in der Kunigundenruhstraße 8 mitgeteilt, dass der Pachtvertrag zum Ende des Jahres gekündigt wird. 

Bamberg: "Spacebar Schwalbe" schließt zum Jahresende - Kündigung wegen Lärmbeschwerden?

"Die schriftliche Kündigung kam dann ein paar Tage später. Wir waren sehr enttäuscht und hatten überhaupt nicht damit gerechnet. Wir dachten, wenn wir Corona überstanden haben, können wir richtig loslegen", sagt sie. Als Grund seien Lärmbeschwerden der Anwohnenden angegeben gewesen. "Wir haben ein ziemlich gutes Verhältnis zu unseren Nachbarn und gehen auf alles ein. Soweit ich das beurteilen kann, ist da alles im ganz normalen Maße", sagt Yanenko. "Das ist nur, weil nach einem halben Jahr Ruhe bei jedem Öffnungsschritt eben erstmal ein paar Beschwerden kommen, weil die Leute die Ruhe gewöhnt sind", vermutet sie. 

Dass die Ruhestörungen nun der Hauptgrund für die Kündigung sein sollen, kann sie nicht nachvollziehen. In das Gebäude sollen anschließend Wohnungen gebaut werden. Die 115-jährige Geschichte der Schwalbe an diesem Standort ist dann vorüber. "Wir halten aber weiter durch", sagt Yanenko, die die Kneipe erst vor zwei Jahren gemeinsam mit Verena Alschinger wiedereröffnet habe. Die beiden Frauen sind nun auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten, in denen sie das Geschäft fortführen können. 

Das größte Problem bei der Suche sei, dass Gastronomie nur dort hin könne, wo zuvor bereits Gastronomie gewesen sei, erklärt Yanenko. "Man kann aus einer Kneipe eine Wohnung machen, aber umgekehrt geht das mitten in einem Wohngebiet nicht", sagt sie. "Ich sehe da auch die Politik in der Pflicht, neue Kulturräume zu schaffen. Der dauerhaft weggebrochene Raum wird im Moment nirgends neu geschaffen."

"Genereller Missstand": Bamberger Gastronomin appelliert an Politik

Schade sei an der Situation auch, dass die Schwalbe kein Einzelfall sei. "Wir sind nicht die einzigen, die Corona meistern und durchhalten und dann trotzdem aus ihren Räumlichkeiten gedrängt werden. Dem Frankenstübla geht es zum Beispiel ähnlich", spielt sie auf den auslaufenden Pachtvertrag der anderen Kneipe an.

FFP2-Maske: Testsieger bei Amazon ansehen

"Wir möchten auf den generellen Missstand aufmerksam machen, dass Gastrobetriebe, die mit ihrem ganzen Einsatz und ihrer ganzen Kraft die Corona-Einschränkungen bewältigen, am Ende aus anderen Gründen schließen müssen", erklären die Inhaberinnen. "Dabei möchten wir dennoch nicht unseren Verpächtern die Schuld geben, wirtschaftlich ist ihre Entscheidung nachvollziehbar. Vielmehr möchten wir an die Politik appellieren, neue Räume zu schaffen."

Mit großer Sorge blickt die Gastronomin dennoch nicht in die Zukunft. "Wir sind da einfach gestrickt und denken uns 'kommt Zeit, kommt Rat'", so Yanenko. Besonders wichtig sei ihr dabei der Support ihrer Gäste, die sich eine Zukunft für die "Schwalbe" wünschen. "Natürlich haben wir auch einen Plan, falls wir bis zum Ende des Jahres keine neuen Räumlichkeiten finden. Dann lagern wir alles ein und suchen weiter", sagt sie. Eben frei nach dem Motto "Wir halten weiter durch."

In Bamberg ist unterdessen seit Längerem eine neue Location geplant: Der "Heimisch Kneipen-Club". In den sozialen Medien wurde die Eröffnung groß angekündigt - dann brechen die Posts 2020 plötzlich ab. Wie steht es mittlerweile um die Eröffnung?

Artikel enthält Affiliate Links
*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach nützlichen Produkten für unsere Leser. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.