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Bamberg
Aktion

Bamberg bekennt Farbe: Darum leuchten Altenburg und Kunigunde orange

Die Bamberger sehen Orange: Kunigunde auf der Unteren Brücke ist in orange farbene Stoffbahnen eingehüllt. Auch die Altenburg erstrahlt bei Dunkelheit in leuchtendem Orange. Welche Botschaft steckt hinter der Aktion?
 
Der Soroptimist-Club Bamberg-Wilde Rose hat die Kunigundenstatue auf der Unteren Brücke  als  Zeichen gegen Gewalt an Frauen orange verhüllt. Foto: Juliette Kemmer
Der Soroptimist-Club Bamberg-Wilde Rose hat die Kunigundenstatue auf der Unteren Brücke als Zeichen gegen Gewalt an Frauen orange verhüllt. Foto: Juliette Kemmer
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Orange the World – Nein zu Gewalt an Frauen“, lautet das Motto der Soroptimistinnen, die sich mit ihrer Aktion auf die "Orange Days" beziehen, die mit dem  „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ am 25. November begonnen haben. Dr. Elisabeth Barth-Söder vom Soroptimistinnen-Club Wilde Rose Bamberg, der die Verkleidung der Kunigunde verantwortet, möchte mit der Aktion auf die Verletzung der Menschenrechte von Minderheiten aufmerksam machen. 

Studien zufolge hat jede vierte Frau in Deutschland bereits Gewalt in der Partnerschaft erlebt. Vor dem Hintergrund des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen haben die Gleichstellungsstellen von Stadt und Landkreis Bamberg eine Aktion ins Leben gerufen, die sensibilisieren und aufrütteln soll. Verschiedene Plakate vor Ort stellen das bundesweite Beratungsangebot Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" in den Fokus. Auch die Altenburg leuchtet mit Einbruch der Dunkelheit in orangener Farbe.

Frauen und Kinder besonders gefährdet

Der Mitteilung zufolge ist jede dritte Frau von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen. 25 Prozent aller Frauen erleben körperliche oder sexuelle Gewalt in ihrer Partnerschaft. Zwei von drei Frauen erfahren sexuelle Belästigung. 24 Prozent der Frauen werden Opfer von Stalking. 42 Prozent der Frauen erleben Formen von psychischer Gewalt.

Gerade in der aktuellen Situation, in der die Corona-Pandemie einen Rückzug ins Private erfordert, sind Frauen und auch Kinder besonders gefährdet. Betroffene von häuslicher Gewalt müssen jederzeit Zugang zu Schutzangeboten wie Beratungsstellen oder Zufluchtsorten haben.

Häufig vertrauen sich Frauen, die Gewalt in der Partnerschaft erfahren, Verwandten, Freunden oder Bekannten an. Das Umfeld sollte in diesem Fall unterstützend reagieren: Dazu gehört, Stellung zu beziehen, die Gewalt zu verurteilen und Solidarität mit dem Opfer zu zeigen. Das alles motiviert die betroffenen Frauen, sich weitere Unterstützung zu suchen.

Bamberg setzt klares Zeichen gegen Gewalt

An der Kettenbrücke in Bamberg greifen fünf großformatige, weiße und orangefarbene Plakate die Symbolik des Ortes auf und weisen Passanten auf das bundesweite Beratungsangebot des Hilfetelefons hin. Auch Bürgermeister Jonas Glüsenkamp begrüßt die Aktion. Gerade in Zeiten des Lockdowns sei es wichtig zu wissen, dass durch das Zusammenleben auf engem Raum, Gewalt in Familien vermehrt vorkomme.

Mit Botschaften wie "Jedes Schloss eine Geschichte. Manche erzählen von Gewalt" oder "Ein Liebesbeweis. Kein Freifahrtschein" lenken sie den Blick auf die Tatsache, dass manche Liebesbeziehungen in Gewalt umschlagen - ein gesellschaftliches Problem, das gerade in Zeiten des Lockdowns beleuchtet werden muss. Das Hilfetelefon unterstützt, bestärkt und ermutigt Frauen, die nächsten Schritte zu gehen und sich aus der Gewaltsituation zu lösen.

Die Plakate auf der Kettenbrücke bieten zugleich ein besonderes Fotomotiv, das Passanten mit dem Hashtag #schweigenbrechen in den sozialen Netzwerken teilen und so ein Zeichen gegen Gewalt setzen können. Die Aktion wird noch bis zum 10. Dezember andauern. 

red