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Covid-19

"Bitterer Nachgeschmack": Bamberger Lehrerin nach Astrazeneca-Erstimpfung betrübt

Eine Lehrerin aus dem Großraum Bamberg wurde noch vor dem ersten Impfstopp Mitte März mit Astrazeneca geimpft. Damals hoffte die Frau noch auf eine Zweitimpfung. Das viele Hin und Her um die Impfung ging nicht spurlos an ihr vorbei.
 
  • Lehrerin aus Bamberg erhält Mitte März Erstimpfung mit Astrazeneca - damals hofft sie auf die Zweitimpfung
  • Anfang April: Stiko empfiehlt Astrazeneca nur noch für über 60-Jährige
  • Zweitimpfung auch mit Astrazeneca? – Pädagogin ist unentschlossen

"Es verunsichert auch mich mittlerweile", erklärt die Lehrerin inFranken.de. Nach ihrer ersten Impfung mit Astrazeneca Mitte März ist sie dem Impfstoff gegenüber noch gänzlich positiv eingestellt. Mittlerweile hat sich ihr Standpunkt etwas verändert. Ihr sei zwar bewusst, dass es sich nur um eine sehr geringe Zahl von Thrombosefällen handelt, trotzdem: "So langsam hat es einen sehr bitteren Nachgeschmack." 

Bamberg: Lehrerin verunsichert - welchen Impfstoff bekommt sie nach Astrazeneca? 

Seit dem 1. April empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) den Impfstoff von Astrazeneca nur noch für Menschen über 60 Jahren. Der Grund: "Nach der Impfung mit dem Covid-19 -Impfstoff Vaxzevria von Astrazeneca sind seltene Fälle von Thrombosen in Kombination mit Thrombozytopenien bei Geimpften aufgetreten." Daraus folgt auch die Frage: Was passiert mit der Zweitimpfung von Menschen unter 60, die bereits einmal mit Astrazeneca geimpft wurden?   

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Momentan fühle sich die Bamberger Lehrerin alleingelassen. Es sei schwer, sich zu informieren und im Online-Portal sei bei ihr noch unverändert die Zweitimpfung mit Astrazeneca Mitte Mai eingetragen. "Wenn es der grundsätzliche Weg wäre, würde ich mich auch ein zweites Mal mit Astrazeneca impfen lassen", erklärt die Bamberger Lehrerin. Sollte allerdings eine Unterschrift nötig sein und eine Zweitimpfung mit Astrazeneca beispielsweise nur auf freiwilliger Basis stattfinden, sei sie dazu nicht bereit.  

Bleibt alternativ noch die Zweitimpfung mit einem anderen Impfstoff. Es sei schwer abzuwägen, ob ihr eine Zweitimpfung mit dem Impfstoff von Biontech oder Moderna lieber ist. Dafür fehle ihr das nötige Fachwissen. "Man weiß ja noch nicht wie die Wirkung ist. Ist sie genauso gut? Ist sie schlechter?", fragt sie.

Entscheidung der Gesundheitsminister: Jüngere sollen keine Zweitimpfung mit Astrazeneca bekommen 

Eine Entscheidung der Gesundheitsminister scheint nun Licht ins Dunkel zu bringen. Die mehr als zwei Millionen Menschen unter 60 Jahren, die in Deutschland bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, sollen bei der notwendigen Zweitimpfung auf ein anderes Präparat umsteigen. Auf diese Empfehlung haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern einstimmig geeinigt. Sie folgen damit dem Vorschlag der Ständigen Impfkommission (Stiko) von Anfang April. 

Bei den Beratungen sei klar geworden, dass die Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff, also dem Präparat von Biontech/Pfizer oder Moderna, eine gute Basis sei, um die Menschen wirksam zu schützen, sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek, am Dienstagabend (13. April 2021) der Deutschen Presse-Agentur in München.

Auch das RKI bewertet die Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff positiv: "Die Immunantwort aller bisher in Deutschland zugelassenen Impfstoffe richten sich gegen das gleiche Antigen, das sogenannte Spike-Protein. Daher wird die Kombination dieser Impfstoffe als immunologisch plausibel bewertet." Ergebnisse internationaler Studien zu einem sogenannten "heterologen Impfschema" stehen allerdings noch aus. Aufgrund dieser Datenlage hat die Weltgesundheitsorganisation noch keine Empfehlung zur Impfung mit unterschiedlichen Impfstoffen ausgesprochen.  Das Corona-Impfzentrum in der Brose-Arena in Bamberg läuft aktuell an der Kapazitätsgrenze. Pro Tag werden aktuell circa 1000 Menschen geimpft. Aber welche Prioritätsgruppe ist eigentlich als Nächstes dran?  Allgemeine Informationen zur Corona-Lage in Bamberg finden Sie außerdem in unserem Corona-Bamberg-Ticker.  

Erstmeldung vom 19. März 2021: Lehrerin verteidigt Astrazeneca - trotz anfangs heftiger Impfreaktionen

In Deutschland ist eine Debatte um den Corona-Impfstoff Astrazeneca entbrannt. In der Bundesrepublik wurden die Impfungen mit dem Präparat vorsorglich ausgesetzt.

Es hatte Meldungen darüber gegeben, dass es Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit den Impfungen gegeben hatte.

Bereits vor dem Impfstopp wurde eine Lehrerin aus dem Großraum Bamberg, wie viele ihrer Kollegen, mit Astrazeneca geimpft. Sie erlebte schwere Impfreaktionen - diese waren aber nach kurzer Zeit wieder verschwunden.

Nach Astrazeneca-Impfung: Lehrerin leidet nur anfangs an heftigen Impfreaktionen

"Es kam sehr heftig. Aber so schnell, wie es kam, war es auch wieder weg." So beschreibt die Lehrerin ihre Erfahrung mit dem Astrazeneca-Impfstoff in aller Kürze. Am Tag der Impfung selbst merkte sie noch nichts von den Impfreaktionen. Als sie aber nachts von ihrem Sohn geweckt wurde, war das anders.

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Kreislaufprobleme, Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen zählt die junge Frau an Symptomen auf. "Sogar der Weg zur Toilette war schwierig. Mir ging es schon wirklich schlecht", erklärt sie inFranken.de. Am nächsten Tag konnte sie nicht zur Arbeit gehen, sondern meldete sich krank. Ihre Schule hatte hierfür großes Verständnis.  

Die beiden darauffolgenden Tage ging es ihr schon deutlich besser. Sie habe lediglich im linken Arm gespürt, dass sie etwas kraftlos ist. Lange hatte die Lehrerin nicht mit den Symptomen zu kämpfen: "Gegen abends am nächsten Tag war alles wieder okay." Heute spürt sie überhaupt keine Nachwirkungen mehr. Schon vor der Impfung hat sie aus dem Bekanntenkreis von den starken Impfreaktionen gehört - das hielt sie aber nicht von der Impfung ab.

Trotz vermutetem Thrombose-Risiko: Lehrerin würde sich "jederzeit wieder" impfen lassen 

Die Diskussion über ein erhöhtes Risiko von Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang mit dem Astrazeneca-Impfstoff macht der jungen Frau keine Sorgen. "Bei sieben Fällen von über einer Million ist sie schon sehr, sehr selten." Da sie keinerlei Vorerkrankungen habe, versucht sie, sich nicht in das Thema hineinzusteigern. Trotzdem versteht sie auch die Reaktion der Politik, die vorsichtig ist, um keine Fehler zu machen.  

Laut dem Paul-Ehrlich-Institut sind vor allem Frauen im Alter von 20 bis 50 Jahren von diesem Thrombose-Risiko gefährdet. Zu dieser Gruppe gehört auch die Lehrerin aus dem Großraum Bamberg. Deshalb zum Arzt zu gehen, komme für sie aber nicht infrage. Weder wegen ihrer "überschaubaren Symptome" nach der Impfung noch wegen des vermuteten Thrombose-Risikos habe sie Angst. 

"Ich finde es eher schade. Ich möchte in sechs bis acht Wochen auch gerne meine Zweitimpfung haben." Die junge Frau sei sehr froh, schon geimpft zu sein, und würde sich "jederzeit wieder" mit Astrazeneca impfen lassen.

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