• Strawanza in Bamberg eröffnet Gassenschänke: "Ob drinnen oder draußen, wir lassen uns nicht unterkriegen"
  • Kneipen-Betreiber holt wegen zwangsläufiger Schließung Gassenschänke zurück ins Leben
  • Gassenschänke immer mittwochs und freitags am Strawanza: Bier vom Fass, Apfelwein und Mexikaner mit Musik

Gassenschänke in Bamberg: Zum ersten Mal gegeben habe es die Strawanza-Gassenschänke im ersten Lockwdown, erzählt Tom Vargen von der Geschichte der Gassenschänke in seiner kleinen Kneipe in der Oberen Königsstraße 34. "Wir hatten noch ein paar Fässchen im Kühlschrank und wollten zusammen die letzten Biere trinken." Dann waren die 30 Liter weg, aber die Gassenschänke lief weiter.

Strawanza in Bamberg muss schließen - und eröffnet Gassenschänke

"Das Format hat so ein gewisses Eigenleben bekommen, dass wir das noch einige Monate so weiter gemacht haben. Das war vor allem im Sommer auch ein kleiner Hoffnungsschimmer, wie Woodstock in Bamberg", schwärmt Vargen. Aufgrund der eskalierenden Infektionszahlen muss das Strawanza nach nur vier Wochen Öffnung nun wieder schließen und ruft die Gassenschänke zurück ins Leben.

Leicht fällt Vargen das nicht: "Wir hatten 18 Monate keinen Innenbetrieb und haben jetzt gerade einmal vier Wochen auf. Da ist die Laune schon am Boden. Man hat sich gerade geschüttelt, Ideen gesammelt und gedacht, das Schlimmste wäre überstanden und dann kommt der nächste Nackenschlag. Das ist schon schwierig auszuhalten." Die Schließung ab Mittwoch (24. November 2021) wird auf drei Wochen befristet, wie der Freistaat bereits vergangene Woche die kommenden Maßnahmen verkündete.

Trotzdem hat der Betreiber des Strawanzas auch Hoffnung: "Es nützt ja nichts, man muss dem blöden Virus jetzt die Stirn bieten", statuiert er. "Ob drinnen oder draußen, wir lassen uns nicht unterkriegen und bleiben in Kontakt." Das sei extrem wichtig, einen Ort wie das Strawanza weiterzubehalten. "Nicht nur wir wussten ja nicht, wohin mit uns. Allen anderen ging es ja genauso."

Gassenschänke in Bamberg: Bier vom Fass, Musik und Apfelwein

Es gehe vor allem nicht darum, finanzielle Verluste auszugleichen. "Sondern darum: Uns gibt es immer noch und irgendwie kriegen wir das schon hin." Vor allem deshalb läuft die Gassenschänke am Strawanza nun wieder an. Jeden Mittwoch und Freitag ist zwischen 18 Uhr und 22 Uhr Gassenschänken-Stimmung in der Oberen Königsstraße in Bamberg.

Wie schon bei früheren Strawanza-Gassenschänken wird es wieder Musik geben. "Die Leute innen legen Musik für die Leute draußen auf", ein Lautsprecher wird an der Kneipentür abgestellt. Es gibt wechselndes Bier vom Fass, selbstgemachten Apfelwein und den hausgemachten Mexikaner, der auch abgefüllt angeboten wird.

"Wir verkaufen auch Soli-Taschen und Soli-Tassen, die wir selber bemalen", sagt Vargen. Vorteilhaft ist außerdem: "Dieses Mal dürfen die Leute auch bei uns auf die Toilette gehen." Bei der letzten Gassenschänke war das Corona-bedingt verboten, was an der gegenüberliegenden Kirche zu Problemen geführt hat. "Die sind jetzt aber auch gelöst", schließt der Strawanza-Betreiber ab.