Immer wieder taucht in Polizeiberichten der Stadtteil Gereuth auf. So wie jüngst in Zusammenhang mit Drogengeschäften. Auch in den Köpfen vieler Bamberger hat das Stadtviertel nicht den besten Ruf. Zu Unrecht, wie Stadtbaudirektor Veit Bergmann, Stadträtin Karin Gottschall (SPD) und Vertreter vom Stadtteilmanagement sowie von der Jugendarbeit Iso berichten.

"Natürlich gibt es hier einige Probleme, das wollen wir nicht bestreiten. Aber dennoch ist der Stadtteil an sich durchaus lebenswert", versicherte der Stadtbaudirektor bei dem Gespräch mit der Lokalredaktion in der neu errichteten Baskidhall. Alleine die Stadtbau habe in den letzten fünf Jahren über zwölf Millionen Euro investiert, um die Gebäude energetisch zu sanieren, aber auch um das Wohnumfeld aufzuwerten. Hinzu kämen nochmals drei Millionen Euro für den Bau der Baskidhall, die ein wichtiges Zentrum sowie Anlaufstelle für Jugendliche werden soll.

Auch Stadträtin Karin Gottschall bedauert den negativen Ruf der Gereuth: "Viele kennen den Stadtteil gar nicht wirklich. Oder wer weiß schon in Bamberg, dass er nach dem Konversionsgelände der zweitgrößte und vor allem grünste Stadtteil ist." Zudem sei in den letzten Jahren sehr viel getan worden, um den Stadtteil aufzuwerten. So wurde beispielsweise im Rahmen des Projektes "Soziale Stadt" ein Stadtteilmanagement geschaffen, welches nicht nur eine erste Anlaufstelle für alle Bürger mit ihren Problemen ist, sondern auch gemeinsam mit der Bevölkerung den Stadtteil entwickelt. "Wir haben den Spielplatz generalsaniert, den Wolfgangs-Platz umgestaltet und viel Energie in unsere Jugendlichen gesetzt", erläutert Ann-Kathrin Ott vom Stadtteilmanagement.


Investition trägt Früchte

Eine Investition, die aktuell Früchte trägt, wie Jana Wolf von der Iso-Jugendarbeit unterstreicht. "Die Kids und Jugendlichen in der Gereuth sind weitaus besser als ihr Ruf. Sie sind neugierig und offen für viele Dinge." So habe man kürzlich gemeinsam mit Menschen mit Behinderung eine Jugenddisco durchgeführt. Die Jugendlichen aus der Gereuth seien dazu zahlreich erschienen und wären auch sehr locker und völlig ohne Voreingenommenheit mit den Menschen mit Handicap umgegangen. Jugendliche aus anderen Stadtteilen Bambergs hingegen seien erst gar nicht gekommen.

"Daher ist es wichtig, dass wir die Jugendlichen so lange wie möglich an unsere Projekte binden und sie möglichst lange begleiten können", sagt Sandra Ender von Iso. Einen wichtigen Beitrag dazu soll die neue Baskidhall, die am Freitag offiziell eröffnet wird, leisten. Denn durch diese könne man den jungen Menschen eine Vielzahl von Projekten und Angeboten bieten. So beispielsweise Hausaugabenbetreuung, Freizeitgestaltung, Sportangebote oder sogar stadteilübergreifende Jugendturniere durchführen. "Zudem hoffen wir auf die Strahlkraft der Halle, damit auch Jugendliche aus anderen Stadtteilen in die Gereuth kommen und so den Stadtteil zu einem lebendigen und bunten Zuhause für alle Bamberger machen", resümiert Ender.