• Bamberg: Edeka-Betreiber zieht Reißleine - Kundenparkplatz wird überwacht
  • Strafzettel und mehr: Falschparkern droht Geldbuße - oder sogar Abschleppen 
  • Parkplätze in Innenstadt heißbegehrt: Strafe soll Dauerparker fernhalten
  • Überwachungsfirma verteilt teilweise "zehn bis 15 Knöllchen" am Tag
  • Bamberger Edeka-Betreiber: Kundenreaktionen fallen unterschiedlich aus

Parkplätze sind vor allem in der Innenstadt häufig Mangelware - und deshalb heißt begehrt. Weil sein Kundenparkplatz regelmäßig von Falschparkern blockiert worden sei, zog Werner Massak vor Kurzem die Reißleine. "Kunden haben sich bei mir beschwert, dass sie bei uns nie einen Parkplatz finden", schildert der Betreiber des Edeka-Markts in der Bamberger Starkenfeldstraße inFranken.de seine Beweggründe. Die Folge: Der Supermarkt-Parkplatz wird mittlerweile durch einen externen Dienstleister überwacht.  

"Das Problem sind die Dauerparker": Bamberger Edeka verteilt Strafzettel auf Parkplatz

"Das Problem sind die Dauerparker", erklärt Massak. "Es gibt zum Beispiel Pendler, die den ganzen Tag ihr Auto hinstellen und damit den Parkplatz blockieren. Um die geht es mir." Das Problem der Dauer- beziehungsweise Falschparker gebe es speziell in der Innenstadt, betont Massak, der im Raum Bamberg mehrere Einkaufsmärkte betreibt. 

Auf dem Privatparkplatz vor der Filiale in der Starkenfeldstraße ist das Parken ausschließlich montags bis samstags von 6 bis 20 Uhr gestattet. Autofahrerinnen und Autofahrer müssen zudem eine Parkscheibe in ihrem Fahrzeug hinterlegen. Die Höchstparkdauer beträgt 2,5 Stunden. Für widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge werde eine Vertragsstrafe von mindestens 15 Euro erhoben, warnt ein entsprechendes Hinweisschild des "Parkraum Service" auf dem Außengelände. "Bei mehrfachen Zuwiderhandlungen wird das Fahrzeug gegebenenfalls kostenpflichtig abgeschleppt", heißt es. 

Die Parkplatz-Überwachung läuft inzwischen seit rund vier Wochen, konstatiert Massak. "Wir haben zunächst gesagt, wir warten erst einmal ab, wie sich die Situation entwickelt." Während der Hochphase der Corona-Pandemie habe sich das Problem der Dauerparker laut dem Supermarkt-Inhaber in Grenzen gehalten. Mit den ersten Lockerungsmaßnahmen habe sich die Misslage wieder verschärft. "Jetzt geht es nicht mehr anders", hält Massak mit Blick auf die neue Parkplatz-Regelung fest. 

Überwachungsfirma verteilt teilweise "zehn bis 15 Knöllchen" am Tag

"Wir versuchen es zunächst mit Ermahnungen", schildert Massak die Vorgehensweise. Dennoch würden mitunter am Tag "zehn bis 15 Knöllchen" auf dem Areal an Falschparker verteilt, wie Massak aus Gesprächen mit der zuständigen Überwachungsfirma wisse. "Das sind halt zehn von 200 Parkplätzen, die wegfallen", veranschaulicht der Unternehmer die Dimension des Problems. Dies mache sich dementsprechend bemerkbar - "gerade, wenn du zu den Stoßzeiten oder am Wochenende jeden Parkplatz brauchst".

Die Kundenreaktionen auf die neue Parkplatz-Kontrolle fallen Massaks Schilderung zufolge derweil unterschiedlich aus. "Die meisten äußern sich natürlich negativ. Wenn einer, der bei uns parkt und einkauft und anschließend noch ins Fitnessstudio geht, ein Knöllchen kriegt - der jubelt natürlich nicht." Manche Menschen hätten sich indes auch positiv geäußert - etwa, weil sie durch die Sanktionen mehr freie Kundenparkplätze versprechen. 

Alles in allem erhofft sich Massak infolge der Strafzettel-Regelung langfristig eine Veränderung. Sein vorläufiges Fazit nach gut einem Monat: "Das hat schon Wirkung gezeigt." Um die Parkplatz-Situation in Bamberg nachhaltig zu verbessern, appelliert Massak an die Stadt, insbesondere für Pendler das Park-und-Ride-Angebot zu verbessern beziehungsweise auszubauen. "Aktuell ist ja alles dicht auf der Straße."

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