• Impfdurchbruch: Malte Quitmann berichtet über seine Covid-19-Infektion
  • Boulderhalle Bamberg: "Blockhelden"-Betriebsleiter doppelt mit Biontech geimpft
  • Trotz Fieber, Erschöpfung und Husten: "Habe keinen besonders schweren Verlauf"
  • RKI: Corona-Impfdurchbrüche "zu erwarten" - Impfung biete keinen hundertprozentigen Schutz

Malte Quitmann durchlebt derzeit eine Corona-Infektion - dank doppelter Biontech-Impfung verläuft diese nach seinen Schilderungen relativ glimpflich. Damit zählt der 34-Jährige zu 30.880 sogenannten "Impfdurchbrüchen“, die das Robert-Koch-Institut (RKI) seit Anfang Februar bislang gezählt hat. Gegenüber inFranken.de schildert Malte den Verlauf seiner Covid-19-Erkrankung.

Bamberg: Malte infiziert sich trotz doppelter Impfung mit Corona

"Witzigerweise habe ich gerade einen Schnelltest gemacht“, erzählt Malte Quitmann. Am 31. August war bei ihm eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden. Angesteckt habe er sich vermutlich bei seiner Frau, die genau wie er doppelt gegen Covid-19 geimpft ist. Seine zweite Impfung erhielt der Betriebsleiter der "Blockhelden"-Boulderhalle in Bamberg bereits Anfang Juni. Zum Zeitpunkt seiner Infektion hatte er also vollen Impfschutz. 

"Was ich sagen kann, ist: Ich bin noch nicht symptomfrei. Ich bin am Näseln, habe ein leichtes Hüsteln und fühle mich auch noch schwach“, schildert Quitmann seinen aktuellen Zustand. Der Schnelltest bestätigt wenig später, dass die Infektion noch nicht vorüber ist. 

Zunächst hatte sich bereits seine Ehefrau infiziert. Auf die Nachfrage Quitmanns beim Gesundheitsamt hin erklärte dieses, dass er weiterarbeiten und sich frei bewegen dürfe – schließlich sei er doppelt geimpft. Dr. Susanne Paulmann, die Leiterin des Bamberger Gesundheitsamts, bestätigt dies gegenüber inFranken.de. Wenn der Doppelt-Geimpfte keine Symptome habe, müsse er auch nicht in Quarantäne. Weise er dagegen Symptome auf, müsse er einen PCR-Test machen und sich, bis das erste Ergebnis vorliege, in Quarantäne begeben. 

RKI: Corona-Impfung "schützt vor Covid-19" 

Impfdurchbrüche sind laut RKI bei steigender Impfquote immer mehr "zu erwarten“. Zwar liege die Wahrscheinlichkeit, nicht an Covid-19 zu erkranken nach doppelter mRNA-Impfung, bei 95 Prozent. Die Wirksamkeit liege jedoch nicht bei 100 Prozent. "Obwohl die Impfstoffe sehr wirksam sind, können sie nicht alle Infektionen bei Geimpften verhindern“, erklärt das RKI, "Sie sorgen aber dafür, dass Infektionen deutlich weniger häufig vorkommen und dass schwere Covid-19-Krankheitsverläufe bei Geimpften sehr selten werden." 

Alle Impfungen sind demnach  "hochwirksam gegen schwere Verläufe von Covid-19". Selbst im Falle einer Erkrankung "wäre das Risiko schwer zu erkranken sehr gering". Das belegen auch die Zahlen: Laut RKI wurden zwischen Ende Juli und Mitte August 309 Corona-Patient*innen auf der Intensivstation behandelt - nur 17 davon waren geimpft

Zusätzlich sei durch die Impfungen auch möglich, auf Sicht Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen zu lockern. Dafür müsse aber ein Großteil der Bevölkerung geimpft sein und dadurch eine Immunität aufbauen. 

Typische Corona-Symptome: So verlief Maltes Infektion

Weil Malte Quitmann mit der Entscheidung des Gesundheitsamts, er dürfe sich frei bewegen, nicht zufrieden war, ging er freiwillig zum Testzentrum – und das jeden Tag, bevor er sich zur Arbeit aufmachte. "Ich wollte meine Kollegen und mein Umfeld schützen“, erklärt er. Zunächst fielen alle durchgeführten Tests negativ aus. Am 30. August 2021 hatte der 34-Jährige dann erstmals Symptome entwickelt. Einen Tag später kam dann das erste positive Testergebnis. "Dann bin ich logischerweise nicht mehr arbeiten gegangen“, erklärt der Betriebsleiter der "Blockhelden"-Boulderhalle in Bamberg

In den ersten drei Tagen nach Symptom-Beginn erlebte Malte Quitmann demnach typische Anzeichen einer Corona-Infektion: "Dienstag, Mittwoch und Donnerstag war ich relativ platt, hatte Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Schnupfen. Man fühlt sich so dizzy (Anmerkung der Redaktion: benebelt)“, erklärt der 34-Jährige. Anschließend folgten zwei Tage mit leichtem Fieber. "Das war der Höhepunkt der Erkrankung. Aber es war alles relativ okay, natürlich unangenehm. Mit einem neuen Virus ist das alles beängstigender."

Gemessen hatte Malte Quitmann rund 38 Grad Fieber. Insgesamt habe er sich stärker selbst kontrolliert als bei einer bereits bekannten Erkrankung wie der Grippe: "Ich habe mich sehr gut selbst beobachtet, um reagieren zu können, falls es in eine bedrohliche Richtung gegangen wäre. Bei anderen Erkrankungen kennt man den Verlauf oft schon, da fühlt man sich sicherer."

Anrufe vom Gesundheitsamt, Computerspiele und viel Schlaf: So verläuft Maltes Quarantäne

Angst vor einem schweren Verlauf habe er allerdings aufgrund seiner doppelten Impfung keine gehabt. Seine Symptome hat der 34-Jährige in Wellen erlebt: "Es gab Phasen am Tag, da ging es mir ganz gut, da konnte ich in der Wohnung ein bisschen was machen. Daraufhin kam meistens eine unangenehmere Phase von zwei, drei Stunden, in der ich mich viel ausgeruht habe. Ich habe unfassbar viel geschlafen." Ohne Impfung hat es viele Menschen schwerer erwischt. Eine 25-Jährige erzählt: "Ich habe geweint vor Schmerz."

Das Gesundheitsamt meldet sich derzeit noch im Zwei-Tages-Rhythmus bei Quitmann. "Ich werde immer gefragt, wie es mir geht. Anhand der Symptome und den Erfahrungswerten bewerten die wohl, ob die Lage bedrohlich ist oder nicht", mutmaßt der 34-Jährige. "Die Dame am Telefon meinte, dass ich wohl einen leichten Verlauf hätte."Zu einer ärztlichen Behandlung habe er nicht gemusst. Insgesamt muss Quitmann zwei Wochen in Quarantäne verbringen. Seit dem 13. September kann er bei einem negativen Corona-Testergebnis endlich wieder seinem gewohnten Alltag nachgehen. Allein aufgrund seines Berufs ist der 34-Jährige sportlich: "Ich habe einen riesigen Bewegungsdrang. Den merke ich hier zu Hause natürlich."

Zur Ablenkung hat er sich für die Quarantäne-Zeit ein Computerspiel gekauft. "Dem habe ich mich hingegeben", erklärt der 34-Jährige und lacht. Das Einkaufen hat in der Zeit seine Frau übernommen. Die konnte sich nämlich am Tag des positiven Befunds von Malte Quitmann mit einem negativen Testergebnis aus der Isolation begeben.  

Unterdessen ist die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt und im Landkreis Bamberg zuletzt erneut gestiegen. Auffällig: Vor allem Nichtgeimpfte sind betroffen - gerade, was die Behandlung im Krankenhaus betrifft.