Bamberg
Abwasser als Wärmequelle

Bamberg baut "größtes Abwasserwärme-Projekt in Bayern" - Energie für 1200 Haushalte

Mit dem "größten Abwasserwärme-Projekt in Bayern" wollen die Stadtwerke Bamberg jährlich rund 2,3 Millionen Kilowattstunden Wärme produzieren. Als Quelle dient das Abwasser aus weiten Teilen des Bamberger Ostens.
Lagarde-Campus: Stadtwerke versorgen mit Restwärme aus Abwasser 1.200 Wohnungen
"Lagarde" in Bamberg: Die Stadtwerke wollen mit Restwärme aus Abwasser 1.200 Wohnungen versorgen. Foto: Stadtwerke Bamberg (Freischnauzer)
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  • Abwasser aus Bamberger Osten soll als Quelle für "größtes Abwasserwärme-Projekt in Bayern" dienen
  • Stadtwerke Bamberg wollen mit Projekt jährlich 230.000 Liter Heizöl einsparen
  • "Lagarde"-Bewohner sollen mit Wärme versorgt werden

Die künftigen "Lagarde"-Bewohner werden aus erneuerbaren Energien mit Wärme versorgt, erklärt die Stadt Bamberg. Dazu werden die Stadtwerke Bamberg Abwasser aus weiten Teilen des Bamberger Ostens als Wärmequelle nutzen. Die Restwärme aus dem Abwasser wird Wärmepumpen speisen, die warmes Wasser für Küche, Bad und Heizung erzeugen. Gleichzeitig werden mit der Abwasserwärme die Erdwärmespeicher auf dem "Lagarde"-Campus wieder aufgeladen.

Unterhalb der Zollnerstraße: Matten wurden auf Boden des Abwasserkanals montiert

Wo viele Menschen leben, wird viel Abwasser produziert. Kommt es im Kanal an, ist es je nach Jahreszeit noch zwischen 5 und 25 Grad warm – und damit vor allem in den kalten Monaten wärmer als die Umgebungstemperatur: "Das sind ideale Voraussetzungen für die weitere Nutzung der Wärme - auch weil diese Energie konstant zur Verfügung steht", sagt Projektleiter Stefan Loskarn von den Stadtwerken.

Beim Abwasser funktioniert das über Wärmetauschermatten aus Edelstahl, die 2021 unterhalb der Zollnerstraße auf den Boden des Abwasserkanals montiert wurden. Ein Wasserkreislauf in den Stahlmatten nimmt die Restenergie des darüber fließenden Abwassers auf. Über eine rund einen Kilometer lange Anbindung, die ab Frühjahr gebaut wird, wird die gewonnene Abwasserwärme über die Energiezentrale des "Lagarde"-Campus zu den Wärmepumpen in den Neubauten transportiert.

Die Stadtwerke werden rund 70 Prozent der auf dem "Lagarde"-Campus benötigten Wärme auf CO2-freien Weg erzeugen: Für den Betrieb der Wärmepumpen ist die Abwasserwärme gemeinsam mit der Erdwärme wichtigste Energiequelle. Der Strom für die Wärmepumpen wird ebenfalls regenerativ gewonnen: in Fotovoltaikanlagen auf den Dächern der Neubauten. 

Stadtwerke: "Lagarde"-Campus ideal für das Abwasserwärme-Projekt

Wenn für 1.200 Haushalte Energie aus Abwasser genutzt wird, ist das eine Besonderheit: "Die Technik ist zwar ausgereift, sie muss aber auch wirtschaftlich sein, damit die Bewohner bei den Heizkosten nicht drauflegen", erklärt Loskarn.

Der "Lagarde"-Campus sei hierfür ideal: Weil nicht nur ausreichend Abwasser durch den Kanal fließt, sondern auch viele höchst effiziente Neubauten entstehen, in denen diese Energie bestens wiederverwertet werden kann.

Mit dem "größten Abwasserwärme-Projekt in Bayern" wollen die Stadtwerke jährlich rund 2,3 Millionen Kilowattstunden Wärme produzieren und damit umgerechnet 230.000 Liter Heizöl einsparen. "Die Stadt Bamberg leistet einen wertvollen Beitrag, damit ein nachhaltiges und energieeffizientes Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann", zeigte sich Oberbürgermeister Andreas Starke bei der Unterzeichnung des Abwasserwärme-Nutzungsvertrags erfreut.