Nach "zahlreichen Beschwerden" über Autoposer und Tuner in Stadt und Landkreis Bamberg gab es im Jahr 2021 eine "erhebliche Anzahl von Kontrollen." Dies teilt die Verkehrspolizeiinspektion Bamberg mit. 

Hinzu komme, dass manche Polizisten auf Social-Media-Kanälen der Szene "geoutet"und verbal angegriffen wurden, berichtet die Polizei. 

Bamberg: Polizeibeamte wegen Autoposer-Kontrollen "massiv beleidigt"

Unter den lärmgeplagten Anwohnern ist unter anderem ein Familienvater aus der Kapuzinerstraße, über den inFranken.de im Oktober 2021 berichtete. "Das sind immer dieselben Vögel, die mit ihren Karren protzen", beschwerte er sich damals und startete mit befreundeten Leidensgenossen eine Protestaktion. Eine Bambergerin kündigte sogar an, eine neue Wohnung aufgrund des Lärms zu suchen. 

Auch die Bamberger Grünen äußerten sich und forderten intensivere Polizeikontrollen. Eine unschöne Nebenwirkung der Polizeipräsenz: Die "spezialisierten Polizeibeamten" der Verkehrspolizeiinspektion Bamberg seien inzwischen namentlich in der Autoposer-Szene bekannt, heißt es in der Jahresbilanz. Bei ihren Kontrollen seien sie mehrfach verbal angegriffen und in zwei Fällen auch massiv beleidigt worden. Einige Strafanzeigen waren die Folge.  

Aus den Kontrollen seien mehr als 90 Bußgeldverfahren hervorgegangen, die mit Bußgeldern bis zu 400 Euro plus Punkten in Flensburg endeten. Daneben verhängte die Polizei noch in 30 Fällen Verwarnungsgelder wegen Verstößen gegen Umwelt- und Lärmvorschriften (unnötiges Umherfahren und Laufenlassen von Motoren). Rund ein Drittel der beanstandeten Fahrzeuge musste vorübergehend sichergestellt werden, weil kostenpflichtige technische Gutachten nötig waren, so die Polizei

Getunte Auspuffanlagen und Co.: Welche Manipulationen im Raum Bamberg beliebt sind

Ein Großteil der Manipulationen habe die Auspuffanlagen von Autos und Motorrädern, die zu übermäßiger Geräuschentwicklung führten, gefolgt von unzulässigen lichttechnischen Einrichtungen, Fahrwerksveränderungen, Eingriffen in die Motorsteuerung und weiterem. 

Bei den allermeisten beanstandeten Autos und Motorräder sei zudem die Betriebserlaubnis wegen der vorgenommenen Manipulationen und technischen Veränderungen erloschen, erklärt die Verkehrspolizeiinspektion Bamberg. Nicht nur mussten die Eigentümer teils erhebliche Kosten aufbringen, um wieder einen ordnungsgemäßen Zustand ihrer Fahrzeuge herstellen zu lassen.

Zusätzlich kamen Kosten für die Neu- oder Wiedererteilung durch die Zulassungsstellen zustande, so die Polizei. Die Verkehrspolizeiinspektion Bamberg kündigt an, auch 2022 die Poser- und Tuningszene zu beobachten und ihre Kontrollen in diesem Bereich fortführen.