Bamberg: 98 afghanische Geflüchtete aus Kabul evakuiert und im Ankerzentrum untergebracht. In Bamberg sind 98 in den vergangenen Tagen aus Kabul evakuierte afghanische Männer, Frauen und Kinder angekommen. Sie seien seit Donnerstag in der Anker-Einrichtung Oberfranken in Bamberg untergebracht, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag. Unter ihnen sind demzufolge mehrere Ortskräfte, die zuvor den deutschen und US-amerikanischen Streitkräften beim Kampf gegen die Taliban geholfen hatten. 

Die 98 Männer, Frauen und Kinder würden zunächst auf dem ehemaligen Kasernengelände in Bamberg versorgt, hieß es. Es werde dann überprüft, ob es sich bei den Menschen um Ortskräfte oder sonst schutzbedürftige Personen handle, die eine Aufnahmezusage erhalten, oder ob sie in ein Asylverfahren aufgenommen würden, sagte ein Ministeriumssprecher. Von Bamberg aus würden sie gegebenenfalls weiterverteilt. Erlangen und Nürnberg hatten sich auch zur Aufnahme afghanischer Ortskräfte bereit erklärt, in Nürnberg sind bereits einige Menschen erstuntergebracht. 

Bamberg: Afghanische Geflüchtete werden im Ankerzentrum untergebracht

Seit Juli hatte der Freistaat Bayern schon mindestens 300 weitere afghanische Ortskräfte aufgenommen. Diese saßen laut dem Ministeriumssprecher aber nicht wie die nun angekommenen 98 Personen in den Maschinen, mit denen die Bundeswehr zuletzt Menschen aus Kabul ausflog.

Die nun in Bamberg untergebrachten 98 Menschen seien zunächst nach Taschkent in Usbekistan geflogen worden. Von Usbekistan seien sie dem Ministeriumssprecher zufolge mit Flügen nach Frankfurt am Main, Hannover oder Leipzig nach Deutschland gekommen. Die Bundeswehr hatte vom 16. bis 26. August eigenen Angaben zufolge 5200 Menschen aus 45 Nationen evakuiert, darunter 4200 Afghanen und 505 deutsche Staatsbürger.

Der Freistaat Bayern hatte in diesem Jahr noch bis einschließlich Juli die Abschiebung von 58 Menschen nach Afghanistan veranlasst. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Nicole Gohlke (Linke) aus München hervor. Seit 2003 wurden demzufolge 650 Menschen von Bayern aus nach Afghanistan abgeschoben, die meisten davon mit 216 im Jahr 2019. Erst Mitte August hatte der Bund mitgeteilt, dass Deutschland wegen der stark verschlechterten Sicherheitslage vor Ort vorerst keine Menschen mehr nach Afghanistan abschieben werde.