Mit der Einführung des neuen Infektionsschutzgesetzes gibt es in Betrieben seit dem 24. November konsequente 3G-Vorgaben. Beschäftigte müssen bei Betreten ihrer Arbeitsstätte vorlegen, dass sie geimpft, genesen oder negativ auf Corona getestet sind. Das entsprechende Testergebnis muss laut dem Gesetz zu Arbeitsbeginn vorliegen.

Der Arbeitgeber wiederum ist verpflichtet, den jeweiligen Nachweis zu kontrolliereninFranken.de hat bei drei großen Bamberger Unternehmen nachgefragt, wie dort die strenge Corona-Regelung in der Praxis gehandhabt wird. Wie managen die Firmen beispielsweise die täglichen vorgeschriebenen Corona-Tests für ungeimpfte Angestellte?

Malzfabrik Weyermann: Bamberger Familienunternehmen hat eigene Teststation auf Betriebsgelände

Die Malzfabrik Weyermann beschäftigt am Standort Bamberg aktuell 215 Menschen. Von der neuen 3G-Regelung sind laut Angaben des Familienunternehmens acht Prozent der Belegschaft betroffen. "Wir bieten allen Mitarbeitenden - geimpft und ungeimpft - kostenlose Schnelltests an", teilt Maximilian Stindt, Referent für Unternehmenskommunikation und Marketing, inFranken.de mit. Die Tests werden an vier Tagen der Woche vom medizinischen Fachpersonal einer Hausarztpraxis an einer eigenen Teststation auf dem Betriebsgelände durchgeführt. 

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Die Angestellten legen ihr Testergebnis vor Arbeitsbeginn ihrem Teamleiter vor. Sie kommen daher auch früher zur Arbeit. "Da alle Mitarbeitenden vorab einen Termin erhalten und die Logistik der Teststation mit genügend Personal ausgestattet ist, ist die Verzögerung gering", hält Stindt fest. Die Pandemie stelle Unternehmen indessen in vielen Bereichen vor Herausforderungen. "Da wir bereits sehr frühzeitig Testkapazitäten aufgebaut haben, besitzen wir mittlerweile ein etabliertes Hygienekonzept." Dieses stelle eine tragbare und alltagstaugliche Lösung für die Bamberger Malzfabrik dar. 

"Weyermann ist ein Familienunternehmen durch und durch - gemeinsam ziehen wir an einem Strang", betont der Unternehmenssprecher. Gemeistert würden die organisatorischen Vorgaben der bayerischen Staatsregierung schlussendlich durch eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. "Insbesondere der enge persönliche Kontakt zwischen den Teamleitern und Beschäftigten bietet immer eine Möglichkeit, Bedenken anzusprechen und gemeinsam gute Lösungen zu finden."

3G führt zu Mehraufwand - doch Bamberger Malzfabrik hat klare Meinung zu Corona-Politik

Die Weichen auf ein striktes Hygienekonzept mit einer hohen Impfquote und regelmäßigen Tests seien derweil schon vor der politischen Entscheidung gestellt worden. "Auch wenn 3G am Arbeitsplatz einen höheren Aufwand für Unternehmen und Beschäftigte verlangt, begrüßen wir die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie", unterstreicht Stindt. "Wir tragen diese Entscheidung gerne mit, da sie im Endeffekt der Sicherheit von uns allen dient."

Die Umsetzung der 3G-Regel führe im Betrieb gleichwohl zu Mehrarbeit. "Es ist ein sehr großer Verwaltungsaufwand", berichtet Stindt. Hierzu seien extra Kapazitäten verlagert und ein vierköpfiges Team gebildet worden, das sich täglich mit der Dokumentation und Koordination der hausinternen Teststation beschäftige. Dies bedeute für Weyermann "einen großen finanziellen Aufwand".

Neben den 3G-bedingten Testkosten fallen demnach auch Ausgaben für Lohnleistungen und Masken an. Hinzu komme die freiwillige Lohnfortzahlung für Beschäftigte, die daheim blieben, wenn ein Verdachtsfall bestehe und nicht unter die gesetzlichen Quarantäne-Regelungen falle. Trotz alledem fällt das Fazit vonseiten des Familienunternehmens versöhnlich aus. "Wir gehen gerne die extra Meile, um unsere Mitarbeitenden zu schützen", konstatiert Stindt.

Sparkasse Bamberg: Mehr als 90 Prozent der Beschäftigten geimpft

Die Bamberger Sparkasse beschäftigt rund 750 Mitarbeitende. Der überwiegende Teil der Belegschaft hat seine Corona-Impfung bereits hinter sich. "Glücklicherweise sind in der Sparkasse Bamberg über 90 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegen SARS-CoV-2 geimpft", berichtet Pressesprecher Mathias Polz inFranken.de. "Kolleginnen und Kollegen, die nicht geimpft sind und auch keinen gültigen Nachweis über eine Genesung vorlegen können, müssen bei Betreten der Sparkasse die Testnachweise nach den gesetzlichen Vorgaben vorlegen." Die Bescheinigungen würde von den Vorgesetzten auch kontrolliert. 

Die neue 3G-Regel stellt für viele Unternehmen eine zusätzliche Belastung dar - insbesondere, wenn es darum geht, der Testpflicht nachzukommen. Betroffen sind hiervon, wie erwähnt, sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer. "Natürlich ist es für alle ein zusätzlicher Aufwand", erklärt Polz. Vor allem die kurze Umsetzungszeit der aktuellen Regelungen habe zu einem kurzzeitig hohen Aufwand geführt. Im Fall der Sparkasse Bamberg komme den Akteuren gleichwohl "die deutlich überdurchschnittliche Impfquote" der Belegschaft zugute.

Einen weiteren wichtigen Aspekt stellt laut dem Unternehmen auch das Thema Homeoffice dar. Die Sparkasse habe ihren Angestellten sehr schnell die Möglichkeiten des mobilen Arbeitens angeboten und diese kontinuierlich ausgebaut. "Beides führt letztlich dazu, dass wir mit dieser Belastung gut umgehen können", konstatiert der Sprecher des Kreditinstituts. Innerbetriebliche Spannungen in der Team-Zusammenarbeit infolge von 3G gebe es nicht.

"Grundsätzlich unterstützen wir Maßnahmen, die helfen, die Pandemie einzudämmen"

Die Sparkasse steht generell hinter den strengeren Corona-Vorgaben, die die Politik unlängst auf den Weg gebracht hat. "Grundsätzlich unterstützen wir Maßnahmen, die helfen, die Pandemie einzudämmen", erklärt Polz. "Hier gehören selbstverständlich auch Maßnahmen an den Arbeitsplätzen dazu." 

Das Unternehmen habe bereits sehr frühzeitig an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter appelliert, sich impfen zu lassen. Auch eine Gruppenimpfung sei organisiert worden. "Nicht zuletzt deshalb haben wir auch eine so hohe Impfquote in der Sparkasse Bamberg." Der Arbeitgeber lege zugleich "sehr großen Wert" auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen.

Alles zusammen habe auch vor der Einführung von 3G am Arbeitsplatz zu keinen Ansteckungen unter den Beschäftigten der geführt - ebenso wenig unter den Kundinnen und Kunden. 

Sozialstiftung Bamberg: Ungeimpfte Klinikmitarbeiter müssen sich "schon die ganze Zeit" testen lassen

Die Sozialstiftung Bamberg zählt zu den größten Arbeitnehmern in der Region. Sie fungiert unter anderem als Träger des Klinikums Bamberg. In Hinblick auf die 3G-Regel in Betrieben sei es "grundsätzlich nicht zweckmäßig", Unternehmen und Krankenhäuser in einem Atemzug zu nennen, betont Pressesprecherin Brigitte Dippold gegenüber inFranken.de.

So müssten im Klinikbereich Ungeimpfte beispielsweise "schon die ganze Zeit" auf Corona getestet werden - und nicht erst seit dem 24. November. Die Durchführung erfolge durch medizinisches Personal. Eine weitere Testmöglichkeit bietet die Bürgerteststation vor dem Klinikum - diese hat nach ihrer vorübergehenden Schließung inzwischen wieder geöffnet. "Natürlich kann man auch eine Testbescheinigung mitbringen", erklärt Dippold. "Man kann sich auch nach dem Dienst - zum Beispiel an der Bürgerteststation, testen lassen und das negative Testergebnis am nächsten Tag mitbringen. Die Nachweise gelten ja 24 Stunden."

Die Besonderheit für das Klinikpersonal: "Auch für geimpfte Mitarbeiter sieht die Infektionsschutzverordnung zukünftig eine Pflicht für regelmäßige Selbsttests vor", erläutert die Sprecherin der Sozialstiftung. Die Rahmenbedingungen hierfür ständen von politischer Seite her allerdings noch nicht konkret fest. 

Klinikum Bamberg: Corona-Management bindet "sehr viele personelle und materielle Ressourcen"

Unternehmensintern werde aber bereits an einem strukturierten Prozessablauf gearbeitet, um eine entsprechende Zugangskanalisierung inklusive Scanmöglichkeit zu schaffen. Auch die Ausgabe der Selbsttests an die geimpften Mitarbeiter und die notwendige Dokumentation der Testresultate werde bereits organisiert.

Insbesondere in Krankenhäusern führen die Corona-Maßnahmen zu einem immensen Mehraufwand. "Natürlich bindet das Management der Corona-Krise vor Ort sehr viele personelle und materielle Ressourcen, die wir lieber unseren Patienten angedeihen lassen würden", berichtet Dippold. Als Beispiele führt sie etwa Tests und Eingangskontrollen am Klinikum heran. 

Ungeachtet der 3G-Regel am Arbeitsplatz sei das oberste Ziel nach wie vor, Patienten und Mitarbeiter zu schützen. "Dazu rufen wir auf zum Boostern", appelliert Dippold. "Boostern, Boostern und Impflücken schließen - unterscheidet sich das Infektionsgeschehen doch stark zwischen der geimpften und der ungeimpften Bevölkerung."

Zum Weiterlesen: 3G am Arbeitsplatz - worauf müssen Arbeitnehmer achten? 

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