Die Fränkische Toskana macht ihrem Namen alle Ehre: Ein süffiger Bacchus und ein trockener Silvaner wwachsen dort am Südhang von Lohndorf. Wer's nicht glaubt, sollte sich an Georg Handwerger wenden. Der Litzendorfer präsentierte beim Trachtenmarkt im Frensdorfer Bauernmuseum den "Ellertaler Gügelmoos". "Gügelmoos heißt die Lage, weil die Lohndorfer übers Moos zum Gügel gegangen sind", klärt der Besitzer von 98 Weinstöcken auf.

Viele Raritäten gab es 16. Oberfränkischen Trachtenmarkt zu bestaunen. Und mehr als in den vergangenen Jahren wurden ess- und trinkbare Spezialitäten angeboten. Am Stand neben dem Hobbywinzer klärte Georg Lang über alte Kartoffelsorten auf. Die "Bamberger Hörnla" sind ja noch geläufig, die "Schwarz-Blaue aus dem Frankenwald" kennt jedoch kaum noch jemand. "Das sind die beiden Sorten, die von der einstigen Kartoffelvielfalt in Franken übrig geblieben sind", sagt Lang. Und dass sie "einfach so entstanden sind", ohne dass Menschenhand steuernd eingegriffen habe, erklärt der Repräsentant der "Non-Profit Organisation Slow Food".

Anton Hofmann hat seinen ganz eigenen Geschmack in Flaschen abgefüllt. Liköre, aber auch Alkoholfreies wie Biersenf oder Salatsoßen, bietet der Hirschaider an. Klassisch oder lieber italienisch, ganz wie's der Kundschaft beliebt. Dabei ist sein eigentlicher Beruf die Büttnerei. Holzfässer, gebrannte Namensschilder, Bier-Stützen (Holzkrüge nach alter Tradition in Fass-Form) zeugen von dem alten Handwerk. Oder darf's vielleicht ein Bamberger Kräuterkörbla sein? Rosmarin, Salbei, Minze, Oregano, Thymian und Blutampfer haben die beiden Kräuterfrauen aus Hirschaid hinein getan. Und wenn das nicht gegen so manches Zipperlein hilft, dann vielleicht doch ein Schnaps aus Pretzfeld.

Außer solchen Köstlichkeiten gab es natürlich auch alles, was irgendwie mit Tracht zu tun hat: Stoffe, Bänder, Borten, Silberschmuck, ja sogar Flitterkränze aus der Forchheimer Gegend, Knöpfe, Taschen, Handschuhe, Hüte und Körbe jeder Art. Im Garten hielt ein Verkäufer seine Antiquitäten feil. Nostalgisch muteten diese Schätze an: Alte Zinkbadewannen, Waschschüsseln mit Krügen und Geschirr warteten auf Käufer. Mit dem Geschäft zeigten sich die Aussteller schon am Samstag sehr zufrieden. Das kühle Wetter sei gut für den Markt. Bei hohen Temperaturen hingegen würden die Leute lieber woanders hingehen.

Für die "Rosenbergler", eine durch ihre bunte Tracht auffallende Gruppe aus Kronach, war der Trachtenmarkt eine gute Gelegenheit für eine Tanzprobe im Schmausensaal. Demnächst wollen sie sich auf der Landesgartenschau präsentieren. Stefan Ender, Musikwart des Trachtengauverbands Oberfranken, spielte anschließend im Museumsgarten alte Volkslieder zum Mitsingen auf dem Akkordeon.