Die Quote der freiwillig Engagierten in Bayern liegt bei 36 Prozent - es ist also jeder Dritte bürgerschaftlich engagiert, wie Staatssekretärin Melanie Huml erfreut feststellte, als sie drei Persönlichkeiten aus dem Bamberger Landkreis, die "für unsere Gesellschaft und die Menschen in unserer Heimat Beispielhaftes geleistet haben und immer noch leisten" Auszeichnungen überreichte. Neben der Aushändigung des Bayerischen Ehrenzeichens für Verdienste im Ehrenamt übergab Huml auch zwei Bundesverdienstkreuze.

Die erste der drei Auszeichnungen wurde an Sonja Papemeier verliehen. Seit mehr als 20 Jahren schon pflegt und betreut sie ihren geistig sowie körperlich schwerstbehinderten Sohn Marco, der weder sehen noch sprechen und sich kaum bewegen kann. Allein die große Hingabe und Fürsorge seiner Mutter ermöglichen Marco das Verbleiben in Hallstadt, in seiner gewohnten Umgebung, lobte Huml. Nur unter Aufgabe ihrer eigenen Interessen ist dies Sonja Papemeier möglich. Für ihren selbstlosen und beispielgebenden Einsatz wurde ihr nun von Bundespräsident Gauck das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Franz Bauer wurde ebenfalls das Bundesverdienstkreuz am Bande für seine enorme elterliche Fürsorge verliehen. Unterstützt von seiner Ehefrau Gisela widmet er sich mit voller Kraft und Hingabe dem Wohlergehen seines körperlich und geistig behinderten Sohns.
Tagsüber besucht Frank die Werkstatt der Lebenshilfe, in der übrigen Zeit sowie an den werkstattfreien Tagen leisten seine Eltern die Pflege und Betreuung zu Hause, wodurch sie ihrem Sohn ermöglichen, in der häuslichen Gemeinschaft zu bleiben, wie Melanie Huml in ihrer Laudatio betonte. Darüber hinaus setzt Franz Bauer sich dafür ein, dass sein Sohn bestmöglich in das örtliche Leben in Hallstadt integriert wird.

"Ihr unermüdlicher Einsatz für das Chorwesen hat das kulturelle Leben in der Gemeinde Breitengüßbach entscheidend geprägt", stellte Melanie Huml anerkennend fest, ehe sie das Bayerische Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt an Walter Hartmann überreichte. Dieser ist bereits im Alter von 20 Jahren in den Gesangsverein "Cäcilia Breitengüßbach" eingetreten, hat seit über 40 Jahren die Chorleitung inne - mittlerweile gilt er durch sein Wissen und Können sowie durch seine ruhige Art als ein Garant für den Fortbestand des Vereins.

Neben seinem Engagemant im Breitengüßbacher Gesangsverein, für den er seit 2003 auch als Erster Vorsitzender tätig ist, leitet Hartmann seit drei Jahrzehnten die Männerschola der Kirchengemeinde in Breitengüßbach. Außerdem ist er seit über 50 Jahren Organist der Pfarrkirche und aktives Mitglied im "Chor der Chorleiter" des Fränkischen Sängerbundes.