Der Fasching macht es möglich. Von einer Stunde auf die andere füllten sich die Straßenränder von Stegaurachs Hauptschlagader mit farbenfroh gewandeten feengleichen Geschöpfen, Clowns und Hexen, Punkern, blaugesichtigen Schlümpfen, Piraten, Engeln - auch mit schwarzen Flügeln -, kleinen Marienkäfern und Löwen. Auch prominente Besucher hatten sich eingestellt - Harry Potter, Darth Vader, und, aus dem gallischen Dorf der Unbeugsamen, Asterix, Obelix und Miraculix, der Druide. Sie machten den Römern aus den befestigten Lagern entlang der Aurach das Leben schwer. Gemetzelt wurde natürlich nicht wirklich, schließlich gehörten Freund und Feind dem gleichen Stamm an, der Reservistenkameradschaft Aurachtal.


Feuerwehr tanzt Charleston



Das einzige, was reichlich floss, waren Bier, Sekt und die "Kübelspritze" vom Wagen der Erlauer Dorfgemeinschaft. "Wir durften nicht mehr durch Mühlendorf fahr'n, da wurde aus Erlau und Kreuzschuh eine Autobahn." Ganz so schlimm war es wohl nicht, aber immerhin kennt man sich nun, durch die seiner Zeit mit viel Fingerspitzengefühl eingerichteten Umleitungsstrecken, auch ohne Navi in den umliegenden Wäldern aus. "Weil die Hauptstraß' war net offen", beklagte neben den Erlauer Bauarbeitern auch der Gewerbeverein Stegaurach.

Dass die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Stegaurach zu den musikalisch und auch tänzerisch hochbegabten Menschenwesen zählen, wissen wir bereits aus der Vergangenheit - dass sie auch den Charleston in Vollendung beherrschen, wussten wir nicht. Na gut, zwei, drei Abstriche könnte ein kritischer Beobachter vielleicht machen, aber das wäre nicht gerechtfertigt, denn zu den Übungsgeräten der Firefighter gehören A-, B-, und C-Schläuche und Atemschutzmasken, aber gewiss keine Ballettschuhe.

Ein wenig professioneller machten es dann folgerichtig die Gardemädchen des Baunacher Faschingsclubs, ganz besonders nach dem Umzug, auf der Bühne in der knackvollen Dreifachsporthalle, angeführt von Prinzessin Carmen II. und Prinz Christoph I. Natürlich steppten die Majestäten nicht selbst. Dafür hat man ja schließlich seine Leute, bunte, lebendige und außerordentlich gelenkige Farbtupfer in einem überhaupt sehr bunt und abwechslungsreich komponierten Umzug.


Guter Rat an gefallene Polit-Stars



Der Stegauracher Gemeinderat baute fleißig an der neuen Bücherei, und die Mühlendorfer Wehr empfahl den Herren Wulff und Guttenberg, sich das nächste Mal wenigstens nicht erwischen zu lassen, denn "Lügen haben kurze Beine", die sich auch - oder gerade - bei Politikern nicht automatisch verlängern. Die Spielvereinigung mäht den Rasen jetzt "schwarz", was immer das auch bedeuten mag, und die Debringer Wehr hilft notleidenden Bauern bei der Suche nach einer geeigneten Bäuerin. So viel Fürsorge ist vorbildlich. Möglicherweise werden sie ja sogar fündig. Wir werden uns zu gegebener Zeit beim Vorstand erkundigen.

Stegaurach kommt in die Jahre, nämlich 1200. So alt wird ja kein Schwein, das Spanferkel auf dem liebevoll und kunstfertig gestalteten gallischen Dorfwagen, verfolgt von einem schnellen römischen Streitwagen, mit größter Sicherheit nicht. Die Reservisten hatten, mit militärischer Gründlichkeit, wie es sich eben gehört, wirklich an alles gedacht. Auch an den ewig hungrigen Obelix. Die Maurer- und Bauhandwerkerzunft sagte schon mal "Happy Birthday, Stegaurach", allerdings nicht ganz so rauchig gehaucht wie damals Marilyn Monroe zu JFK, und die FL-ÜWG schickte "Indiana Siggi" (Bürgermeister Siegfried Stengel) auf die Suche nach der verlorenen Urkunde. Er wird sie finden. Er findet immer alles. Bis auf den Kreisverkehr. Der ist irgendwie abhanden gekommen.


Prämierte Wagen



Im Moment thront der Bürgermeister noch auf dem Wagen des Bürgervereins und leistet seinen Beitrag zum Umweltschutz. Dieser Wagen wurde prämiert, wie auch "Indiana Siggis" einmotoriges Flugzeug, Platz eins belegten, und das verdient, die Gallier und Römer.

Ohne Musik geht gar nichts, und vieles besser. Für den guten und unüberhörbaren Ton sorgten die Mühlendorfer und die Walsdorfer Blasmusik sowie die Blaskapelle Zettmannsdorf. Die Gallier fürchten ja angeblich nichts so sehr, als dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt. Das geschah nicht, der Schneeregen setzte erst später ein. Vorher konnte es nur passieren, dass man in einen Hagel von Kamellen und ähnlicher Süßwaren geriet. Auch nicht ungefährlich.