Auf dem Glaskontorgelände kommt Bewegung in die Sache. Der Startschuss für die Entwicklung der seit vielen Jahren brachliegenden Fläche ist inzwischen gefallen. Bereits im Sommer nächsten Jahres sollen laut Baureferent Thomas Beese und Christian Wonka vom Immobilienmanagement die ersten Baumaschinen ihre Arbeit verrichten.


Reithalle wird abgerissen

Zuvor jedoch müssen aber noch einmal die Abrissbagger auf das Gelände anrollen. "Ursprünglich hatten wir geplant, die alte Reithalle stehen zu lassen und in ihr einen Nahversorger unterzubringen", schildert Christian Wonka. Nach vielen Gesprächen mit Einzelhandelsvertretern hätte sich inzwischen jedoch herausgestellt, dass die ehemalige und nicht unter Denkmalschutz stehende Raufuttermittelscheune nicht geeignet sei, in ihr einen Vollsortimenter unterzubringen.
Zum einen, so erklärte Wonka, sei der Gesamtzustand des Bauwerks schlecht.

Zum anderen ist durch die vielen Um- und Anbauten eine unterschiedliche Höhensituation entstanden, die erst beseitigt werden müsste. "Hinzu kommt, dass eine vom Einzelhandel geforderte Mindestfläche von 1200 Quadratmetern in der Reithalle erdgeschossig nicht vorhanden ist. Somit kann der Einzelhandel keinen nachhaltigen Betrieb in der alten Halle gewährleisten", berichtet Wonka.

Und da eine Anfrage an das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ergeben hatte, dass "das mehrfach überarbeitete Gebäude keinen Zeugniswert für die ehemals bedeutende Bamberger Militäranlage mehr hat", habe man sich von Seiten der Stadt nun entschlossen, die alte Reithalle ebenfalls abzureißen. Diese wurde übrigens 1891 von der Militärbehörde als Raufuttermagazin errichtet. Mit Kriegsbeginn 1914/15 wurde sie als Reithaus mit Fahrzeughalle genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam sie dann in den Besitz des Glaskontors und wurde mehrmals umgebaut.


Vollsortimenter und Wohnungen

Auf der neuen Fläche soll dann ein Gebäude entstehen, welches erdgeschossig einen Nahversorger/Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche zwischen 1200 und 1500 Quadratmetern beheimatet. Im Obergeschoss sollen möglichst Wohnungen und Dienstleistungsflächen entstehen. Auch seien rund 70 Parkplätze eingeplant. "Darüber hinaus sind wir in enger Absprache mit dem Betreiber des Cometmarktes, um hier eine gemeinsame Lösung zu finden", so Wonka.

Baureferent Thomas Beese geht derzeit davon aus, dass man bereits nach der Sommerpause einen ersten Sachstandsbericht mit näheren Details vorlegen könne. Der Abbruch der alten Reithalle ist für den Herbst vorgesehen. Auch in Sachen Grundstückserwerb komme die Stadt weiter voran. Laut Wonka und Beese seien inzwischen rund 75 Prozent der Flächen in Besitz der Stadt. "Wir werden aber schon noch hier und da Überzeugungsarbeit leisten müssen. Besonders bei denjenigen, die seit Jahrzehnten ihre Erwerbsgärten betreiben, sind viele Emotionen im Spiel", schildert der Amtsleiter für Immobilienmanagement. Und Beese ergänzt, dass das Eigentum ein hohes Rechtsgut sei und man eine angemessene Lösung mit allen Beteiligten finden werde.


Wunderburg wird zukunftsfähig

Er gab aber auch zu Bedenken, dass die Entwicklung des Gebietes die Wunderburg zukunftsfähig mache werde. "Zumal wir hier für junge Familien in optimaler, innenstadtnaher Lage auch Einfamilienhäuser anbieten können", betont Beese. Vor allem sollen diese sowie beispielsweise dort angebotene Mietwohnungen bezahlbar bleiben. Über die Höhe der Quadratmeterpreise wollte der Baureferent noch nicht spekulieren.