"Ihr zeigt, dass es auch in dieser schwierigen Zeit möglich ist, durch kreative Aktionen Druck auf die Arbeitgeberseite auszuüben", sagte Bastian Sauer, DGB-Regionssekretär für Oberfranken. Von Ludwigstadt bis Eggolsheim, von Stadtwerken über Kitas und den Gesundheitsbereich bis hin zu Entsorgungsbetrieben: Aus allen Teilen des Verdi-Bezirks Oberfranken-West waren Menschen da, um sich unter anderem für 4,8 Prozent mehr Lohn im öffentlichen Dienst starkzumachen.

"Wir hatten bereits vor Corona mit einer angespannten Personalsituation zu kämpfen", meinte Gewerkschaftsmitglied Renate von den kommunalen Kitas in Eggolsheim. Nun fordere man mehr Gehalt, und die Arbeitgeberverbände stellten nur eine Nullrunde in Aussicht: "Das ist einfach unsozial!", rief sie den anderen Kundgebungsteilnehmern zu.

Kollegin Christine vom Netzwerk, das integrative Kindertagesstätten betreibt, erläuterte: "Wir haben von Anfang an Notbetreuung für Kinder von Beschäftigten in den systemrelevanten Berufen geleistet." Nun herrsche Angst vor der nächsten Corona-Welle. Mehr Gehalt wäre das Mindeste in dieser Situation.

Es brauche eine Aufwertung des Berufes bei der Personalbemessung und den Arbeitszeiten, betonte Thomas, ein Mitarbeiter der Lebenshilfe in Forchheim.

Für Lissy, Mitarbeiterin der Sozialstiftung Bamberg, ist klar: "Wir haben in der Corona-Krise so viel geleistet. Wir haben uns in neue Arbeitsfelder einfinden und kranke Kollegen vertreten müssen." Das müsse nun auch finanziell gewürdigt werden.

"Es geht hier nicht nur um mehr Geld in der Tasche, sondern auch um Lebenschancen", betonte Manfred Böhm von der katholischen Betriebsseelsorge. Ein höherer Lohn sei eine drängende Frage der Verteilungsgerechtigkeit. "Schließlich hat der öffentliche Dienst während der Pandemie den Laden am Laufen gehalten." Vom 22. bis 24. Oktober steht die dritte Verhandlungsrunde mit den Arbeitgeberverbänden auf Bundesebene an. Davor wird es vom 19. bis 21. Oktober Streiks im öffentlichen Dienst geben. Bayern macht den Anfang, so dass am Montag, 19. Oktober, gleich drei Demozüge zur Promenade laufen werden: einer von den Stadtwerken, einer vom Klinikum und einer vom Bahnhof mit den Belegschaften aus dem Raum Forchheim und Lichtenfels.

Doris Stadlmeyer, Verdi-Geschäftsführerin in Oberfranken-West, sagt dazu: "Wenn wir kein vernünftiges Angebot bekommen, dann sind wir weiter kampfbereit. Diese Frechheit lassen wir uns nämlich nicht mehr bieten!"