Aschbach
Historie

Aschbacher Geschichte in alten Bildern

Ein Arbeitskreis hat zur 875-Jahr-Feier rund 400 Exponate zusammengetragen und im Pfarrzentrum präsentiert. Fotos, Postkarten, Reproduktionen alter Zeichnungen und Gemälde lassen die Vergangenheit lebendig werden.
Vom 8. August 1935 stammt diese Aufnahme von der Dreschmaschine mit Dampfbetrieb vor dem Gasthaus Rippel-Schierer. Foto: privat
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"Wenn ich mal gestorben bin, schmeißen sie sowieso alles weg", sagte eine alte Aschbacherin einst zu Ludwig Dorbert. Sie überließ ihm nicht nur ein altes Foto, sondern legte bei dem jungen Aschbacher auch den Samen für seine Sammelleidenschaft. Gut 30 Jahre sind seither ins Land gezogen und zu dem Foto von damals sind unzählige andere gekommen. So viele, dass mit Dorberts Fundus eine ganze Ausstellung bestückt werden kann.

"Die Geschichte Aschbachs im Bild" titelt die Ausstellung. Um sie zu organisieren hat sich ein Arbeitskreis geschichtsinteressierter Aschbacher gebildet. Neben dem Sammler selbst gehören ihm Kathrin und Werner Kirkskothen, Anne und Sascha Enzbrenner, sowie Pankraz Weiß an. "Das hat sich zur 875-Jahr-Feier geradezu angeboten", sagt Kathrin Kirkskothen. Und Ludwig Dorbert ist dem Team dankbar für das technische Know-how. "Solche Archive öffnen sich ja nicht von selbst", betont Burkard Farrenkopf. Bei dem im Jubeljahr fast alle Fäden zusammenlaufen. Der Diakon freut sich, dass sich diese geschichtsbegeisterte Gruppe zusammengefunden hat. Die Bilddokumente schaffen nach seinen Worten "einen ganz neuen Zugang zum Ortsjubiläum". Die Schau wird am Sonntag, 24. Juli, um 17 Uhr im Pfarrzentrum St. Marien eröffnet.

Im Heimat- und Fremdenverkehrsverein, dessen zweiter Vorsitzender Ludwig Dorbert ist, sei man vor der Frage gestanden, "was man zum Jubiläum tun kann", berichtet der Sammler. So entstand eine Ausstellung mit rund 400 Exponaten: Reproduktionen alter Zeichnungen und Gemälde, Postkarten, vor allem aber Fotos, auf denen sich mancher Betrachter wiederfinden wird. Den Besuchern geben die Initiatoren auch ein Preisrätsel auf. "Wer war der erste Pfarrer von Aschbach" heißt die Quizfrage. Sie kann sich nach dem aufmerksamen Besuch der Ausstellung erschließen. "Das soll ein Anreiz sein, sich mit der Geschichte Aschbachs zu befassen", sagt Dorbert. Für die ersten drei richtigen Lösungen gibt es Geschichtsbücher zu gewinnen.

Nach Schwerpunkten geordnet


"Alte Fotos, vor allem in schwarz-weiß sind etwas Faszinierendes", findet Ludwig Dorbert. Vor allem wenn man die Personen kenne oder sich an sie erinnern könne. "Er hat uns damit angesteckt", sagt Kathrin Kirkskothen. Die Ausstellung hat der Arbeitskreis nach Schwerpunkten geordnet. Da finden sich Posaunenchor und Musikkapellen von Aschbach, allen voran die "Grüne Sieben", die schon vor dem Zweiten Weltkrieg aktiv war. Fotos aus der Geschichte des TSV Aschbach oder der Schulen. Davon gab es einst drei im Ort: Eine katholische, eine evangelische und eine jüdische. "Aschbach allgemein" zeigt Bilder aus dem täglichen Leben, so wie es sich vor langer Zeit abgespielt hat. Für die Bilder jüngeren Datums, die in einem zweiten Raum endlos über den Beamer laufen, ist Werner Kirkskothen zuständig. Das Ausstellungsteam hat für einen längeren Aufenthalt vorgesorgt: Es gibt Sitzecken und der Besucher kann die Bilder bei einer Tasse Kaffee in aller Ruhe auf sich wirken lassen.

Sein Faible für die Geschichte von Aschbach wendet Ludwig Dorbert auch noch auf andere Weise an: Er gilt als die zentrale Anlaufstelle wenn es um die ehemals jüdischen Bewohner Aschbachs geht. "Wenn Besucher in Schlüsselfeld nach ihren jüdischen Vorfahren fragen, schickt sie die Stadt zu mir", erzählt Dorbert. Der Nachkriegsgeneration angehörend, kann er natürlich nicht aus eigener Erfahrung sprechen. "Die Schierers Babett und die Rippels Anni haben mir ein Verzeichnis aller ehemals jüdischen Häuser und Anwesen aufgelistet", erzählt er. Häuser, die zum Teil heute noch stehen.

Die Ausstellung ist bis zum 15. August jeweils am Mittwoch von 15.30 bis 17 Uhr sowie am Freitag, Samstag und Sonntag von 15 bis 17 Uhr geöffnet, auch nach Vereinbarung unter Tel. 09555/321 und 09555/673.
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