Denkmalpflege

Archäologen untersuchen Sparkassen-Gelände

Auf dem Gelände der Sparkasse Bamberg "hinter" der Langen Straße wollen in Kürze Bodendenkmalpfleger nach den Resten der alten Stadtmauern suchen. Die archäologische Bestandsaufnahme hängt mit dem neuen und wohl allerletzten Anlauf zusammen, den die Sparkasse dort zur Schaffung eines neuen Einkaufsviertels unternimmt.
Einem Dreieck gleicht aus der Luft das Areal der Sparkasse "hinter" der Langen Straße in Bamberg, auf dem das große Einzelhandelsprojekt geplant ist. Foto: Ronald Rinklef
Seit 13 Jahren verfolgt die Sparkasse die Absicht, aus ihrem Grundstück zwischen Lange Straße, Promenadestraße und ZOB ein neues Einzelhandelsquartier mit über 10 000 Quadratmeter Ladenfläche zu machen. Nach den nicht zuletzt am Veto der Unesco gescheiterten Plänen für eine "Citypassage" setzt die Sparkasse Bamberg jetzt unter dem neuen Namen "Quartier an der Stadtmauer" auf ein Konzept, das mehr Rücksicht nehmen soll auf die historischen Strukturen, vorhandene Bodendenkmäler und den Welterbe-Status der Stadt als solches.

 

Der Projekt-Name knüpft an die Stadtmauern an, die vor Jahrhunderten dort standen, wo nun Einzelhandel geplant ist.

Was von den Bauwerken womöglich noch im Boden verborgen liegt, will in den nächsten Wochen der städtische Archäologe Stephan Pfaffenberger erkunden.

Aus historischen Plänen weiß man, dass sie sich in etwa dort getroffen haben müssen, wo sich heute das Parkdeck der Sparkasse befindet. Die ältere Mauer datiert Pfaffenberger in das 13. Jahrhundert, die jüngere sei Mitte des 15. Jahrhunderts entstanden.

Umfangreiche Grabungen sind ausdrücklich nicht vorgesehen, nur so genannte Sondagen an ausgewählten Stellen.

Von den Erkenntnisse erwarten sich die Projektbeteiligten eine wichtige Hilfe bei der Entscheidung darüber, was mit den Bodendenkmälern passieren soll, wenn das "Quartier an der Stadtmauer" verwirklicht wird.

Soll man sie möglichst unangetastet lassen, wo sie sind, oder freilegen und darstellen? Über diese Frage herrscht derzeit noch Uneinigkeit.

 

Die Sparkasse Bamberg hat der Multi Development GmbH aus Duisburg das Exklusivrecht eingeräumt, ihr Areal zu entwickeln.

In seinem Internetauftritt formuliert es das international tätige Unternehmen als Ziel, in Bamberg "ein Altstadtquartier zu schaffen, das in hervorragender Weise die vorhandene hohe Einkaufs- und Aufenthaltsqualität verbessern wird". Charakteristisch werde "ein völlig offen gestaltetes, kleinteiliges und straßenbildendes Konzept sein".

Der Verwaltungsrat der Sparkasse hat im September 2009 entschieden, einen allerletzten Anlauf zu nehmen, um das innerstädtische Einzelhandels-Projekt zu verwirklichen. Sollte es diesmal nicht gelingen, will man das Vorhaben ein für alle Mal aufgeben. Die bodenarchäologischen Untersuchungen sind Teil der vorbereitenden Planungen.

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