"Das Geschirr klappert im Schrank, alles bewegt sich", schildert Egon Sengpiel, der in einer Wohnung an der südlichen Promenade wohnt. Zusammen mit anderen Anwohnern ist er ins Rathaus gegangen, um Oberbürgermeister Andreas Starke eine Liste mit 72 Unterschriften von Anliegern zu übergeben. Sie unterstützen die Forderungen der Interessengemeinschaft (IG) Promenade, einem Zusammenschluss von Anwohnern und Geschäftstreibenden, welche die neuen Verkehrregelungen an der südlichen Promenade lieber heute als morgen rückgängig gemacht sehen will. Sie klagen über die gestiegene Lärm-, Geruchs- und Schadstoffbelastung.
Hintergrund ist der Stadtratsbeschluss über die Umsetzung eines neuen Parkraumbewirtschaftungskonzeptes vom 24. November letzten Jahres. Gemäß diesem hat die Stadt die Haltestellen der Regional- und Schulbusse von der Willy-Lessingstraße an den Straßenabschnitt südliche Promenade verlegt. Außerdem steigen seitdem auch die Flusskreuzfahrer hier und nicht mehr am Kranen in ihre Transferbusse ein- und aus. Seit dem ersten April läuft der einjährige Probebetrieb.
"An den alten Haltestellen waren die Schüler viel zu sehr durch den Verkehr gefährdet", begründet Ulrike Siebenhaar, Pressesprecherin der Stadt Bamberg, den Schritt. Und die Verlegung der Transferbusse sei ein Baustein im Bemühen der Stadt, den Bustourismus in den Griff zu bekommen. Infolge der Maßnahmen habe sich die Verkehrslage in der Lange Straße, am Kranen und der Mußstraße entspannt. "Es hat an vielen Stellen eine enorme Aufwertung gegeben. Die neue Einbahnstraßenregelung hat auch die Situation an der Promenade entspannt."
Die IG Promenade findet die neue Situation dagegen nicht hinnehmbar. "Die neuen Maßnahmen haben zu einer erheblichen Verschlechterung geführt. Sie dürfen keinesfalls zu einer Dauereinrichtung werden", stellt Georg Dreßel fest. Er ist Verwalter des Hauses Promenadestraße 1 und Sprecher der IG Promenade. Konkret wird in einer schriftlichen Stellungnahme beklagt: "Zu Stoßzeiten gibt es ein Verkehrschaos: Busse drängen sich, Menschenmassen ergießen sich auf die Gehsteige und die Straße." Außerdem käme es immer wieder zu Staus und die Autofahrer hielten sich weder an die Einbahnstraßenregelung noch an die Parkvorschriften.
Ein weiteres Problem sei der Taxistand. Dieser musste den Bussen weichen und befindet sich nun an der gegenüberliegenden Straßenseite - genau vor den Wohnhäusern.