Wie stehen Sie zum Vorschlag des Bürgervereins Bug, die Brücke im südlichsten Bamberger Stadtteil nach ihrem Neubau wieder nach Fürst Edmund von Wrede, einem Wohltäter von Bug, zu benennen? Drei mögliche Antworten auf diese Frage stellten wir unseren Lesern auf InFranken.de zur Wahl.

Das Meinungsbild ist nicht repräsentativ, zeigt jedoch eine klare Tendenz: Über 91 Prozent der 112 Personen, die sich an der Abstimmung beteiligt haben, legen auf den bestehenden Namen keinen Wert. Seit 1951 erinnert die Regnitzverbindung zwischen Bug und Bughof an einen gewissen Franz Fischer. Das finden die meisten unangebracht. 36,01 Prozent wählten die Antwort "Franz Fischer hat als Staatssekretär doch nur seine Pflicht getan, indem er einen Zuschuss zum Brückenbau gewährte. Dafür so eine Ehre?"
8,04 Prozent halten das für ein durchaus erhaltenswertes Kuriosum.

Die Mehrheit aller Teilnehmer spricht sich für die nahe liegendste Bezeichnung aus, nämlich Buger Brücke: 55,35 Prozent halten einen Eigennamen für überflüssig. Es gibt im Stadtteil auch nur diese eine Brücke, die ab 2014 durch einen Neubau ersetzt werden soll.

Das wiederum ist aus Sicht des Bürgervereins (BV) Bug die Gelegenheit, neu über die Namensgebung nachzudenken. Wenn Fürst Edmund von Wrede (1889-1962) nicht zum Zuge käme, wäre "Buger Brücke" aus Sicht des BV-Vorsitzenden Manfred Drescher auch in Ordnung. So wird sie von den meisten Bambergern ohnehin genannt; als Franz-Fischer-Brücke sei sie erst durch die Sanierungs- bzw. Neubau-Pläne der Stadt bekannt geworden.

"Jeder kann tun und lassen was er will, sofern er die Rechte anderer nicht beeinträchtigt. Folglich kann auch der Buger Bürgerverein die Namensänderung der Buger Brücke anstreben. Allerdings sollte er dabei die Intention derer nicht außer Acht lassen, die den Namen vergaben", gibt in einem Kommentar auf Infranken.de Andreas Stenglein zu bedenken: "Nun das damalige Handeln auf den Kopf zu stellen und mit heutigen Maßstäben zu messen" sei nicht in Ordnung. Er mahnt, die Sichtweise der damals Verantwortlichen zu respektieren. Nachdem die alte Buger Fürst-Wrede-Brücke 1945 gesprengt worden und der Ort dadurch "vom Rest der Welt" abgeschnitten worden sei, habe die Gemeinde in der Nachkriegszeit dem Brückenneubau eine große Bedeutung beigemessen: "Nach der Währungsreform 1948, als das wirtschaftliche Leben einigermaßen erstarkte. . . gingen die Gemeinderäte unter Bürgermeister Peter Link mutig an den Wiederaufbau. Weil die Verwaltung anders als heute funktionierte (was vielen nicht bewusst ist), werden sie sich an den Landtagsabgeordneten Prälat Meixner (CSU) gewandt haben, der als Fraktionsvorsitzender großen Einfluss hatte. Der wiederum wird sich mit dem Staatssekretär Fischer in Verbindung gesetzt haben - und ratzfatz war der Brückenbau genehmigt und finanziert. Soweit meine Hypothese." Stenglein, der von 1952 bis 1966 selbst Landtagsabgeordneter war, kann die Dankbarkeit der Buger in jener Zeit "über ihr gelungenes Werk" nachvollziehen. Deshalb hätten die Gemeinderäte sich bei Fischer mit der Namenspatronage (1951) und bei Meixner mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft (1952) bedankt. Auch andere Männer, die sich - wie der damalige Bürgermeister - um den Wiederaufbau der Brücke verdient gemacht hatten, seien später geehrt worden.