Für Bademeister Werner Stark im Scheßlitzer Freibad ist die Integration von Asylbewerbern bereits zum Alltag geworden. Er hat Menschen aus verschiedenen Ländern geholfen, einen Einstieg in das Berufsleben in ihrer neuen Heimat Deutschland zu finden, indem er Asylbewerbern Aufgaben in seinem Schwimmbad anvertraut hat. Dabei hat Werner Stark ausschließlich sehr positive Erfahrungen gemacht. Alle seine Arbeiter waren hochqualifiziert und interessiert daran, Deutsch zu lernen und die fränkische Lebensweise kennenzulernen.

Dass Werner Stark mit vielen Asylbewerbern, die früher bei ihm gearbeitet haben, im freundschaftlichen Kontakt steht, spricht sehr für ihn im Besonderen und für die Gemeinde Scheßlitz im Allgemeinen. Mit seiner herzlich-fränkischen Art versteht er es, wie er den Asylbewerbern bei ihren Problemen helfen kann, und bietet ihnen vor allem etwas, das viele von ihnen nicht mehr haben: eine Heimat, in der sie freundlich und mit offenen Armen empfangen werden. Für die ehrenamtlichen Helfer in Scheßlitz und die Integrationsarbeit von Bürgermeister Roland Kauper hat Werner Stark viel Lob über.


Zu Fuß nach Deutschland

Für den Afghanen Omid Khalid Toukhi, der seit vier Monaten im Scheßlitzer Schwimmbad viele der anfallenden Pflege- und Putzarbeiten gegen einen gesetzlich vorgeschriebenen geringen Lohn übernimmt, ist Scheßlitz das Ende einer monatelangen Flucht. Aus der Stadt Herat, im Osten von Afghanistan, hat er sich zu Fuß auf den Weg nach Deutschland gemacht. Fünf Monate hat er für diese beschwerliche Reise gebraucht. Der 25-jährige, der in Afghanistan einen Universitätsabschluss in Elektrotechnik hat, ist vor den grausamen Umständen in seiner Heimat geflohen und berichtet, dass junge, gut ausgebildete Männer wie er dort willkürlich Opfer von bisweilen tödlichen Attacken werden.


Eine neue Heimat in Franken

Über Brigitte Finke, ehrenamtliche Helferin in Scheßlitz und Mitglied des Vereins "Freund statt Fremd" in Bamberg, wurde der Kontakt zum Freibad in Scheßlitz hergestellt. Werner Stark und seine Familie - genauso wie die übrige Belegschaft des Freibads - haben den freundlichen jungen Mann bestens aufgenommen. Sie sind wohl der Hauptgrund, warum Omid Toukhi sagt, dass es sein Traum wäre, einen richtigen Beruf in der Elektronikbranche anzunehmen und sich hier in Franken eine Heimat aufzubauen.

Das fränkische Essen probiert er gerne und den Dialekt zu lernen hat er sich als festes Ziel vorgenommen. Auch wenn die erste Zeit in Deutschland hart für Omid Toukhi war und vor allem aus Langeweile bestand, ist er froh, dass er endlich eine Aufgabe gefunden hat, da er seine jungen Jahre nicht in Untätigkeit verbringen will, sondern als aktives Mitglied in der Gemeinschaft leben möchte. Er ist der Bundesrepublik sehr dankbar für die große Chance, die ihm geboten wird, und betont, wie wichtig es für ihn sei, dass die allgemeinen Menschenrechte hier eingehalten werden.

Omid Toukhi versucht sich zu integrieren wo es geht und spielt zum Beispiel Fußball für den TSV Scheßlitz. Schwimmen lernt er gerade an seinem Arbeitsplatz und wie man afghanische Gerichte zubereiten, zeigt er seinen Freunden in Scheßlitz auch. Die Gemeinde Scheßlitz und alle Bürger und Betriebe, die sich dort für die Integration von Asylbewerbern einsetzen und diesen aktiv helfen, können als Vorbild dafür gelten, wie Asylbewerber erfolgreich in Deutschland integriert werden können. Für Omid ist deshalb klar: "Scheßlitz, Number One!" sagt er. Scheßlitz ist die Nummer eins.