Obst- und Gartenvereine aus dem gesamten Landkreis Bamberg pilgerten gestern in den Aurachgrund. Der Grund - Äpfel satt: An rund 90 Ständen gab es alles vom Apfelbrot bis zum -Küchla, Sortenbestimmung, Sortenüberblick. Und noch viel, viel mehr.

Birgit und Norbert Fröhling waren mit Tochter Elena aus Lisberg zu Fuß zum Kreisapfelmarkt gelaufen. Schließlich kam gegen Mittag auch die Sonne heraus, ideales Wetter also. Rainer Müller vom OGV Trabelsdorf allerdings schimpfte über den Standort für seinen Verein: "Wir haben den letzten Stand am Ende der Straße 'Im Kulm' und dann auch noch hinter einer Hecke. Da verirrt sich doch keiner hin!" Obstspieße und den offenen, frischgepressten Apfelsaft müsse man wohl wieder mit nach Hause nehmen, mutmaßte er. Vom geringen Umsatz ganz zu schweigen.

Der 86-jährige Nickl Dütsch und seine Frau Loni waren gleich am Morgen auf den Beinen. "So einen Markt habe ich mein' Lebtag in Priesendorf nicht erlebt!"


Ganz bestimmt nicht, was zwei Mädels tun: Die elfjährige Paula und ihre Freundin Julia verantworten einen Kinderbastelstand. Hier konnten die kleinen Marktbesucher Schürzen oder Holzäpfel bemalen. Bei den "Frechen Früchtchen", der Jugendabteilung des OGV Priesendorf, winkte an Tombola und ein Glücksrad ein Apfelbaum als Hauptgewinn. Streichelzoo, Apfelsaftpressen oder wie Wilhelm Tell den Apfel schießen waren weitere Kinderprogrammpunkte auf dem bunten Erlebnismarkt.

"Vielfältigkeit ist hier eben Trumpf", lobte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml. Sie ist seit mehr als zehn Jahren bekennende Kreisapfelmarktbesucherin und weiß nur Positives über den kalorienarmen und vitaminreichen Apfel zu sagen. Gemäß dem Sprichwort "Ein Apfel pro Tag, mit dem Doktor kein Plag." Mit seinen Spurenelementen und Mineralstoffen sei er gut für Zähne und Darm, außerdem durstlöschend und bestens zu transportieren.


Herrliches Wetter
Günther Denzler, Bezirkstagspräsident und Vorsitzender des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Bamberg hob in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der Streuobstwiesen des Landkreises hervor. Seine Lieblingsapfelsorte sei übrigens "kein roter, sondern ein grüner, etwas säuerlicher Apfel", den Kreisfachberaterin Alexandra Klemisch beim obligatorischen Rundgang fachmännisch als "Lütticher Ananaskalvill" identifizierte. Sie freute sich über das herrliche Wetter: "Viele Besucher können im T-Shirt über den Markt laufen, das hatten wir glaube ich auch noch nicht".


Mit Ausstellung
Die große Apfel- und Birnenausstellung des Kreisverbandes zog die Besucher magisch an. Aus dem ganzen Landkreis strömten die Massen nach Priesendorf. Wohl auch wegen des Überblicks über die vielen Sorten, die es heute noch gibt. Klangvolle Namen wie "Champagnerrenette", "Kaiser Wilhelm" oder "Schöner von Nordhausen" machten Lust auf alte Sorten. Gern und viel genutzt wird der Service des Kreisverbandes: Sortenbestimmung für Äpfel und Birnen. Heuer mussten die Hobbygärtner viel Geduld mitbringen, um zum Pomologen Wolfgang Subal vorzudringen. Sein Kollege, der Obst experte Hermann Schreiweiss war krank. Kreisfachberater Uwe Hoff vertröstete Interessierte auf den nächsten Kreisapfelmarkt, 2015 in Oberhaid.
Denn die Sortenbestimmung gibt es nur während des Kreisapfelmarktes.