An der Stelle des heutigen Gotteshauses steht bereits seit mindestens 700 Jahren eine Kirche. Im Jahre 1315 wird in einer Urkunde Stegaurach mit dem Ortsnamen Kirchenaurach bezeichnet. Anlass genug, am morgigen Mittwoch, 4. Februar, um 19 Uhr einen Jubiläumsgottesdienst in der Pfarrkirche zu feiern, zu dem Pfarrer Walter Ries einlädt.

Im Kopialbuch von St. Jakob in Bamberg existiert eine Urkunde vom 3. Februar 1315, die berichtet, dass der Bamberger Schultheiß Friedrich Zollner in dem Dorfe Kirchenaurach einen Hof mit Namen "Krotenburch" gegen einen jährlichen Zins von 1 Pfund Pfeffer und 8 Scheffel Roggen von dem Propste zu St. Jakob nach Erbrecht erhalten habe. Diese Urkunde ist abgedruckt und im Jahre 1848 veröffentlicht im 11. Bericht des Historischen Vereins Bamberg, der in der Bayerischen Staatsbibliothek München aufbewahrt wird.


Die heute wichtigste Tatsache dieser Urkunde liegt im Namen Kirchenaurach, womit das Vorhandensein eines Gotteshauses in Stegaurach bezeugt wird. Höchstwahrscheinlich geschah die Errichtung während der Amtszeit des ersten Fürstbischofs von Bamberg, Wulfing von Stubenberg (1304-1318), eines rührigen geistlichen Herrschers. Die Namensentwicklung Stegaurachs geht aus vom Namen Uraha 812 über Nendilin Uraha, Urah, Urach, Kirchenaurach 1315, Obernaurach, Aurach am Stege, Auerig bis Stegaurach etwa 1810.

Dieses erste Kirchlein, wohl mehr die Größe einer Kapelle, zeigt der Pfintzingatlas von 1589, als erstes kartografisches Werk über Stegaurach. Mit dem Turm im Westen, einem spitzen Helm, einem anliegenden Friedhof und mit einer Mauer umgeben, prägte es von Anfang an den Ortskern mit und bildete den Mittelpunkt des kirchlich-religiösen Lebens. Es wurde 1746/47 abgelöst von einer größeren Kirche mit dem Turm im Osten, erbaut von J. C. Schindler, und 1849/50 nach Westen erweitert, bis diese schließlich 1999 unter der Amtszeit von Pfarrer Andreas Eckler durch J.-N. Püls erweitert und neu gestaltet wurde. Turm und Chor der Vorgängerkirche blieben erhalten. Den Friedhof hatte man bereits im Jahre 1804 an die heutige Stelle, am Ortsausgang Richtung Bamberg, verlegt.

Zur Zeit der ersten Kirche gehörte Stegaurach noch zur Pfarrei "Zu unserer lieben Frau", der Oberen Pfarre am Kaulberg und hatte das Patrozinium der hl. Siebenschläfer, das im Jahre 1804 durch das der "Unbefleckten Empfängnis Mariens" abgelöst wurde.

Seit 1. Mai 1762 ist Stegaurach selbstständige Pfarrei. Der jetzige Geistliche, Walter Ries, ist der 21. Pfarrer. So kann die Pfarrgemeinde Stegaurach nach dem erst begangenen 250-jährigen Jubiläum als eigenständige Pfarrei nun in diesem Jahr das 700-jährige Bestehen einer eigenen Kirche feiern.