Die hoch in den Himmel ragende und von weitem sichtbare Kirche auf dem Gügel zählt zu den Wahrzeichen des Bamberger Landes. Die Wallfahrtskirche St. Pankratius soll in den nächsten Jahren gründlich renoviert werden. Deshalb wurde auch für den Felsen, auf dem die Kirche steht, ein geo-technisches Gutachten erstellt. Die geologische Beurteilung der Felsen führte dazu, dass Mitte 2016 die Südwestseite für den öffentlichen Verkehr gesperrt wurde, um Wanderer und Besucher nicht zu gefährden.

Früher stand auf den Felsen eine Burg. 1439 wurde die erste Kirche feierlich eingeweiht. Das jetzige Gotteshaus erbaute Giovanni Bondanino zwischen 1610 und 1618 im Auftrag des Bamberger Erzbischofs Gottfried von Aschhausen. Bereits 1985 wurden Hohlräume im Fels mit Beton verfüllt und Bleidächer aufgesetzt.


16 Meter tief ins Gestein gebohrt

Um das Gestein nun erneut zu sichern, wurden die sehr zerklüfteten Felsen durch Stahlanker gleichsam zusammengeschraubt. Diese wurden etwa 16 Meter tief in das Gestein schräg hineingebohrt und dann verfestigt. Auch neu entdeckte, bis zu 2,50 Meter tiefe Hohlräume wurden mit eingeschwemmtem Zement verfüllt.

Um ein Herabfallen von Muschelkalkbrocken zu vermeiden, wurde die Felsoberfläche teilweise mit Spritzbeton überzogen und zweifache Schutznetze aus Stahl (ein fein- und ein grobmaschiges) über weite Felsteile gezogen. Zu ihrer Befestigung wurden ein Meter lange Stahlstifte in den Felsen gebohrt.


380 Quadratmeter Netze

Die 380 Quadratmeter Netze gefallen Messner und Kirchenpfleger Tony Heinert zwar ganz und gar nicht, aber er meinte: "Wir müssen alles tun, um die Menschen beim Gang um den Gügel herum zu schützen. Es ist zwar bisher noch nichts passiert, aber die Sicherheit hat nun mal oberste Priorität." Deshalb wurden von der Würzburger Spezialfirma Königl rund 120 Löcher in die Felsen gebohrt und über 22 Tonnen Beton verarbeitet. Dabei arbeiteten die Handwerker teils wie Kletterer an Seilen und Gurten.

Zu Ostern waren die Arbeiten weitgehend abgeschlossen, so dass die Besucher wieder gefahrlos auf der Südseite um die Gügelkirche zur Lourdesgrotte oder auch zur Gastwirtschaft gehen und sich dabei auch selbst von den neuen Sicherungsmaßnahmen ein Bild machen konnten. Über die Sanierung der Außenwände, des Dachstuhles und des Inneren der Kirche haben sich Architekt Georg Schilling und Kirchenpfleger Anton Heinert bereits zu einer Besprechung getroffen.