Lauter
Abwasserreinigung

150 000 Euro statt einer Million

Die Kläranlage in Lauter muss auf Vordermann gebracht werden. Der Gemeinderat war mit einem ersten, teuren Vorschlag nicht einverstanden. Jetzt wurde eine kleinere Lösung gewählt.
Der  Gemeinderat Lauter informierte sich, wo  in Sachen Ertüchtigung der Kläranlage der meiste Handlungsbedarf besteht. Foto: Lange
Der Gemeinderat Lauter informierte sich, wo in Sachen Ertüchtigung der Kläranlage der meiste Handlungsbedarf besteht. Foto: Lange
Als nicht finanzierbar sah vor zwei Wochen der Lauterer Gemeinderat die geplante Ertüchtigung der Kläranlage in Appendorf, die nach der Vorstellung der Firma Lein GmbH eine runde Million Euro kosten sollte. Eine abgespeckte Version sollte nun her, da ohnehin geplant ist, in 15 Jahren eine komplett neue Kläranlage zu bauen.
Die Firma Lein mit Geschäftsführer Udo Weber und Josef Nagengast reagierte schnell und stellte dem Rat nun in seiner Sitzung neue Lösungsmöglichkeiten vor. Zuvor machte sich der Gemeinderat vor Ort in Appendorf ein Bild vom Zustand der Kläranlage, die aus den 70er Jahren stammt.

Die Klärwärter Alwin Müller und Michael Kraus berichteten aus ihrer täglichen Arbeit und dokumentierten, wo der Schuh am meisten drückt. Der erste neuralgische Punkt befinde sich nach dem Einlauf der Fäkalien durch das Regenrückhaltebecken in das Betriebsgebäude, wo ein Rechen die Aufgabe hat, die groben Bestandteile des Abwassers herauszufiltern.

Der Abstand zwischen den Zinken beträgt rund vier Zentimeter. "Viel zu groß", befand Klärwärter Müller. Das, was dann im Herzstück der Anlage, dem Tropfkörper lande, sei zu wenig vorgereinigt und belaste so den Tropfkörper und die Arbeitskraft der Kläranlagenmitarbeiter. Bislang werde der Klärschlamm vom Landwirten abgeholt, die diesen dann auf die Felder verbringen - dies soll ab 2015 nicht mehr zulässig sein und Schlammstapelbehälter müssten dann angeschafft werden.

Die neu geplante Ertüchtigung der Kläranlage soll nun so aussehen, dass auf jeden Fall der Rechen im Betriebsgebäude erneuert wird mit einem Zinkenabstand von nur noch fünf Millimetern. An das Betriebsgebäude müsste ein Containeranbau angegliedert werden, um das vermehrte "Grobe" zwischenlagern zu können. Erneuert werden sollen im Tropfkörper weiter die Rohre, Schieber, Armaturen und Rückschlagklappen, keine Veränderung erfährt die Nachklärung, ehe das nun wieder relativ saubere Abwasser über den nicht in Betrieb stehenden Schönungsteich wieder in die Lauter fließt. "Damit kann die Kläranlage in den nächsten Jahren wieder ordentlich betrieben werden", stellte Bürgermeister Armin Postler (CSU) zufrieden fest.

Noch zufriedener war der Gemeinderat angesichts der neuen Kostenrechnung: Unter 150 000 Euro soll die Ertüchtigung nach Angaben von Udo Weber nun kosten und so stimmte der Gemeinderat Lauter diesem Plan auch einstimmig zu. Ein entsprechender Antrag soll an das Wasserwirtschaftsamt gerichtet werden, verbunden mit der Hoffnung, dass auch mit dieser reduzierten Ertüchtigung den gesetzlichen Erfordernissen Genüge getan wird.
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