Es war ein lauer Sommerabend, als am Samstag die Kultband rund um Pete York und Eddie Hardin zu vorgerückter Stunde die Bühne betrat. Ringsum ausgelassene Stimmung und ein proppenvoller Maxplatz. "Schau dich doch einfach mal auf dem Platz um, ich denke, das sagt mehr als Worte", freute sich der künstlerische Leiter des Festivals, Volker Wrede. So schlecht könne seine Arbeit - und die des Stadtmarketings - ja wohl nicht gewesen sein.

Zudem, so Wrede in seiner Bilanz, hätten alle Künstler, mit denen er über das siebte Bamberger Blues- und Jazzfestival gesprochen habe, nur positive Resonanz bekommen. Sie hätten alle, besonders auch die vielen regionalen Bands, von denen einige das erste Mal vor so großem Publikum auftraten, "mächtigen Spaß" gehabt.
"Sie lobten aber auch die musikinteressierten Zuschauer und Zuhörer, die mit lachenden Gesichtern meist viel Applaus spendeten", resümierte Wrede.

Sicherlich hätte es auch seitens des Publikums mal die eine oder andere kritische Anmerkung über die Bandauswahl oder die Tonmischung gegeben, aber die Mehrheit der Besucher hätte einfach die über 60 Konzerte in Stadt und Land genossen. "Und zudem bin ja auch ich selbst nach sieben Jahren noch lernfähig. Daher habe ich fürs nächste Jahr schon ein paar Dinge auf der Agenda, die ich anders machen könnte", schilderte der künstlerische Leiter. Auch wenn dies bei seinem extrem kleinen Budget nicht ganz leicht werden dürfte.

Hoch zufrieden zeigte sich am Ende des zehntägigen Festivals auch Stadtmerketing-Geschäftsführer und Veranstalter Klaus Stieringer: "Das Schönste an dem Festival ist für mich, dass damit die Lärmdiskussionen der letzten Wochen endgültig abgeschlossen sein dürften. Denn nach den zehn Tagen, die ohne Beschwerden abgelaufen sind, dürfte inzwischen wohl jeder seinen Frieden gefunden haben." Darüber hinaus sparte er aber auch nicht mit Superlativen. So sei es mit weit über 120.000 Besuchern das bisher bestbesuchteste Festival gewesen. "Zudem hatten wir noch nie so viele Konzerte und Bands, noch nie durchgängig über alle Tage so schönes Wetter, sind noch nie soweit wie bisher in den Landkreis vorgedrungen und es war mit zehn Tagen das längste aller Festivals", bilanzierte Stieringer.

Positiv hob er auch hervor, dass das Festival friedlich und ohne Beschwerden abgelaufen sei. Das Experiment, die Böhmerwiese mit zu integrieren, sei ebenso gelungen wie das Festival in den Landkreis hinauszutragen. Zusammen mit dem Schirmherrn und Buttenheims Bürgermeister Johann Kalb (CSU) träumten sie, in zwei Jahren alle 36 Gemeinden des Landkreises mit Jazz und Blues zu erobern. "Allerdings werden wir das Festival trotz Anfragen aus Nachbarkommunen wie Forchheim und Lichtenfels nicht unendlich ausdehnen können. Denn ich merke, dass ich mit meinem Team langsam aber sicher an Grenzen stoße."

Enorm viel Spaß und Freude beim siebten Blues- und Jazzfestival hatten auch die Fans Georg Knoblach und Ursula Behrendt. "Wir waren an allen zehn Tagen unterwegs: am Gabelmann, auf der Böhmerwiese und im Landkreis. Die meisten Konzerte jedoch genossen wir alleine oder mit Freunden von unserer ,Wohnzimmer-Lounge' im zweiten Stock des Krackhardt-Hauses", berichteten sie. Es sei einfach nur beeindruckend, was hier Bamberg auf die Beine gestellt habe: Ein abwechslungsreiches Festival mit vielen Highlights - ganz ohne Eintritt. "Dafür werden wir von vielen Städten beneidet. Ich denke, daher können wir auf dieses Festival durchaus stolz sein", resümierte Knoblach.