Schon im nächsten Winter soll das Scheßlitzer Schulzentrum bestehend aus Mittelschule, Real- und Giechburgschule und Dreifach-Sporthalle seine Wärme von einem Hackschnitzel-Heizwerk beziehen. Der Scheßlitzer Stadtrat schaffte jetzt mit dem Planungsbeschluss für ein "Sondergebiet für schulische Zwecke" die planerischen Voraussetzungen für das Vorhaben. Den Auftrag erhielt die Ingenieur-AG Höhnen & Partner in Bamberg, für die Christian Tremel einen ersten Entwurf vorgelegt hatte.

Kein Thema war im Stadtrat der Ausfall der Heizungsanlage von Real- und Förderschule während der jüngsten Frostperiode. "Wir wollen diese Gemeinschaftslösung ja schon länger", betonte Zweiter Bürgermeister Roland Kauper nach der Sitzung. Festzustehen scheint jetzt außerdem, dass auch das Scheßlitzer Feuerwehrhaus angeschlossen werden kann. Außerdem wäre hier noch Platz für eine weitere Sporthalle, wenn sie nötig werden sollte.

Mit dem Aufstellungsbeschluss für die etwa 1,6 Hektar große Fläche steht fest, dass das Areal nicht mehr anderweitig genutzt werden kann. Bis auf eines befinden sich die elf betroffenen Grundstücke bereits im städtischen Besitz. Die Zufahrt erfolgt über die Bamberger Straße vom Wendehammer aus. Während die Stadt die planungsrechtlichen Voraussetzungen schafft, koordiniert der Umweltbeauftragte des Landkreises Bamberg, Robert Martin, die baulichen Dinge. "Unser Ziel ist es, bis Dezember dieses Jahres die Scheßlitzer Schulen mit einem Hackschnitzelwerk zu heizen", setzt er ein ehrgeiziges Limit. Der Probleme mit der Gasheizung an der Realschule hätte es dazu gar nicht bedurft.


Neues Gebäude wird nötig



Benötigt wird dazu ein Biomasse-Heizkessel mit einer Leistung von 800 kW, der in einem neuen Gebäude untergebracht sein wird. Es soll inklusive des Hackschnitzel-Lagers etwa 40 Meter lang, 13 Meter breit und sieben Meter hoch (Kamin 16 Meter) werden. Platz ist für etwa 880 Kubikmeter Heizmaterial. Durch eine etwa 400 Meter lange Nahwärmeleitung gelangt die Wärme über einen mehr als 30 Hektoliter Wasser fassenden Pufferspeicher zu ihren Bestimmungsorten.

Eine interessante Variante hat man sich im Landratsamt für die Beschaffung des Heizmaterials einfallen lassen. Nur etwa 30 Prozent sollen von der Waldbesitzervereinigung Bamberg als normale Hackschnitzel erstanden werden - die restlichen 70 Prozent will der Landkreis aus der eigenen Grüngut-Sammlung aufbringen. Deren thermisch verwertbare Teile können in einem speziellen Kessel verbrannt werden.

Die Kosten für das Projekt beziffert Robert Martin auf 1,356 Millionen Euro. Im Preis enthalten ist ein Elektrofilter, um jedwede Belastungen für die Umwelt auszuschließen. Geprüft werden noch die Fördermöglichkeiten, sicher sind ein Zuschuss vom Technologiezentrum Straubing in Höhe von 70 000 Euro aus der eingesparten CO 2 -Menge von 3500 Tonnen sowie ein Teilschuldenerlass von der Kreditanstalt für Wiederaufbau in gleicher Höhe.

Bereits eingeplant ist bei der Heizleistung die vorgesehene Sanierung und bauliche Erweiterung der Scheßlitzer Realschule. Trotz der hohen Kosten verspreche man sich, so Robert Martin, von der Umstellung auf nachwachsende Rohstoffe einen wirtschaftlichen Vorteil. Baubeginn soll im Mai sein. Möglicherweise - darüber ist noch nicht entschieden - wird das Dach des neuen Heizungsgebäudes mit einer Photovoltaikanlage versehen.